Am 10. März 2026 gaben die Leuphana Universität Lüneburg und ihre internationalen Partner die Entwicklung einer innovativen, frei zugänglichen Lernplattform bekannt. Diese Plattform, die vor allem für Fachkräfte im Gesundheitswesen, Forschende und Studierende gedacht ist, fokussiert sich auf wichtige Themen wie Umwelt-Risikoabschätzung, grüne und nachhaltige Chemie sowie Pharmazie.

Ein zentraler Aspekt der Plattform ist der Ansatz „Benign by Design“, der von Prof. Klaus Kümmerer entwickelt wurde. Er betont, dass die Diskussion über Nachhaltigkeit bereits bei der Notwendigkeit eines Stoffes beginnt. Die Plattform zielt darauf ab, verantwortungsvolle chemische Innovationen im Kontext von Umwelt und Gesellschaft zugänglich zu machen. Laut Kümmerer sind offene Bildungsangebote insbesondere für nachhaltige Lösungen im globalen Süden von großer Bedeutung.

Ein globales Bildungsangebot

Die Lernplattform wird im internationalen Verbund gestaltet und ist in englischer Sprache verfügbar. Sie wird vom Centre of Excellence in Sustainable Pharmaceutical Engineering and Manufacturing (CESPE) in Gent gehostet. Die didaktische Leitung liegt bei Professor Avtar Matharu von der University of York, während die Gesamtprojektkoordination von Professor Chris Stevens von der Ghent University übernommen wird.

Die Leuphana Universität ist seit 2022 am EU-Forschungsprojekt „TransPharm“ beteiligt, das im Rahmen des Horizon-Europe-Programms finanziert wird (Grant Agreement Nr. 101057816). Das Ziel dieses Projekts ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der europäischen Pharmaindustrie. Dabei liegt der Fokus der Leuphana auf der Weiterentwicklung eines umweltfreundlichen Antibiotikums sowie der Erforschung neuer nachhaltiger Wirkstoffe. Die Plattform ist unter www.sustainablepharmaceuticals.eu abrufbar.

Nachhaltige Chemie für ein besseres Morgen

Der Bereich der nachhaltigen Chemie spielt eine entscheidende Rolle in der Transformation hin zu umweltfreundlichen und gesundheitsschonenden Lösungen. Dies ist nicht nur entscheidend zur Reduzierung von Umweltverschmutzung, sondern auch für das menschliche Wohlergehen, das von Bereichen wie Gesundheit, Ernährung und Klimaschutz abhängt. Ein Bericht des Umweltbundesamts unterstreicht, dass nachhaltige Chemie den gesamten Lebenszyklus von Chemikalien betrachtet – von den Ausgangsmaterialien bis hin zur Herstellung und Entsorgung.

Die Herausforderung besteht darin, Innovationen zu fördern und gleichzeitig die planetaren Grenzen zu respektieren. Dazu sind die Zusammenarbeit verschiedener Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik unerlässlich. Der Bericht verweist auf die Bedeutung systemischen Denkens und fordert die relevanten Sektoren, darunter die chemische und pharmazeutische Industrie, zum aktiven Mitwirken an der nachhaltigen Entwicklung auf. Die Anwendung nachhaltiger Chemie sollte darauf abzielen, sichere und innovationsorientierte Lösungen zu entwickeln, die den Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht werden.

Insgesamt verdeutlicht die neu gegründete Lernplattform das Engagement der Leuphana Universität und ihrer Partner für eine verantwortungsvolle chemische Industrie und eine nachhaltige Zukunft in der Gesundheitsversorgung. Indem sie eine breite Palette an Themen abdeckt und Bildung für alle zugänglich macht, stellt diese Initiative einen Schritt in die richtige Richtung dar.