Das Kinderhaus an der Universität Konstanz zeigt, wie frühzeitig Kinder in nachhaltiges Handeln eingebunden werden können. Innerhalb des Lebensraums der kleinen Kinder wird ein Bewusstsein für Umwelt- und Ressourcenschutz geschaffen. Ein zentraler Bestandteil dieses Ansatzes ist die 2024 gegründete Arbeitsgemeinschaft (AG) Nachhaltigkeit, die aus sieben Mitgliedern besteht. Diese umfassen Eltern, pädagogische Fachkräfte und Mitarbeitende der Universität. Die AG trifft sich alle sechs Wochen, um über Fortschritte zu diskutieren und weitere Schritte zur Förderung von Nachhaltigkeit im Kinderhaus zu planen.

Im Eingangsbereich des Kinderhauses können Besucher die aktuellen Ziele und Erfolge der AG einsehen. Dies schafft Transparenz und fördert das Engagement der Eltern. Auch die Küche des Kinderhauses trägt aktiv zu den Zielen bei, indem sie täglich frische Mahlzeiten zubereitet. Dabei liegt der Fokus auf regionalen und biologischen Lebensmitteln, während der Fleischkonsum bewusst gering gehalten wird. Dies soll sowohl den Geschmack der Kinder anregen als auch deren Bewusstsein für gesunde Ernährung schärfen.

Nachhaltige Praktiken im Alltag

Ein innovatives Konzept ist die Selbstbedienung bei den Portionen, wodurch die Kinder lernen, ihren eigenen Bedarf einzuschätzen. Ein weiteres Ziel der AG ist die Reduzierung der Abfallmengen in der Küche. Hierzu wird seit kurzem eine vierwöchige Gewichtserfassung von Essensresten durchgeführt, um Einsparpotenziale zu identifizieren.

Das Kinderhaus ist zudem Teil des Projekts „Bio-Musterregionen Baden-Württemberg“, das die Förderung von biologischer Landwirtschaft unterstützt. Zur weiteren Förderung nachhaltiger Praktiken wurden Öko-Produkte für Windeln und Hygienepapiere eingeführt. Auch die Eltern engagieren sich aktiv, indem sie beispielsweise beim Nähen von wiederverwendbaren Wetbags teilhaben.

Gemeinschaft und Ressourcen teilen

Ein Tauschregal im Eingangsbereich des Kinderhauses ermöglicht das Teilen von Kleidung, Schuhen und Spielsachen. Hiermit lernen die Kinder nicht nur den Wert von Dingen kennen, sondern auch die Bedeutung von Reparatur- und Upcycling-Prozessen. Eltern unterstützen sich gegenseitig bei Reparaturen und nutzen gemeinsam das FabLab der Universität, um kreative Lösungen zu finden.

Darüber hinaus werden Photovoltaikanlagen auf den Universitätsgebäuden ausgebaut, während eine neue Energiezentrale künftig klimaneutrale Wärmeversorgung ermöglichen soll. Informationen zur AG Nachhaltigkeit sind auf der Website der Universität sowie über einen regelmäßigen Newsletter verfügbar und fördern die Teilnahme einer breiteren Gemeinschaft. Diese Ansätze zeigen die vielfältigen Möglichkeiten auf, wie frühe Bildung und gemeinschaftliches Engagement Hand in Hand gehen können, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.