Die English Drama Group der Universität Potsdam hat sich mit ihrer nächsten Inszenierung des Horrorklassikers „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ vom Jahr 1922 einen besonderen Platz im Theaterkalender gesichert. Am 23. Februar 2026 um 18 Uhr feiert die moderne und queere Reinterpretation Premiere in der Oberen Mensa auf dem Campus Am Neuen Palais in Potsdam. Diese Neuinszenierung, die in englischer Sprache aufgeführt wird, basiert auf einem Script, das von den Studierenden selbst verfasst wurde, und ist ein klarer Ausdruck der kreativen Ansätze, mit denen die Gruppe ihre Produktionen umsetzt. Die Universität Potsdam berichtet, dass die English Drama Group bereits seit 1983 besteht und von Dr. Hiltrud Wedde gegründet wurde.

Bereits vor der Premiere sind die Studierenden intensiv mit der Organisation und Koordination sämtlicher Aspekte der Produktion beschäftigt. Neben Schauspiel und Drama sind Mitglieder auch für Kostüme, Kulissen, Technik sowie Werbung und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Die Gruppe hat sich einen Namen gemacht mit Inszenierungen von klassischen Werken, einschließlich Stücken von William Shakespeare und Agatha Christie. Zusätzlich zu der Premiere sind weitere Aufführungen für den 24. und 27. Februar sowie den 9., 11. und 13. März, jeweils um 18 Uhr, geplant. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, und Tickets sind über die Website der Gruppe erhältlich.

Inhalt und Themen der Inszenierung

In dieser besonderen Adaption des berühmten Horrorklassikers stehen nicht nur die typischen Elemente des Schreckens im Vordergrund, sondern auch die Auseinandersetzung mit queeren Themen und Identitäten. Die storyline folgt dem verheirateten Paar Thomas und Ellen Hutter, die mit den dunklen Geheimnissen, die sie umgeben, konfrontiert werden. Während Thomas für den Verkauf eines heruntergekommenen Herrenhauses wegschickt wird, verändert sich Ellen zutiefst durch die mysteriösen Visionen einer anderen Frau und einen zurückkehrenden Thomas, der nicht mehr derselbe ist. Ihre innere Zerrissenheit und die verzweifelten Fragen, die sie sich in dieser Ausnahmesituation stellt, geben der Inszenierung eine vielschichtige Dimension.

Die Rückkehr eines mit Krankheit und Tod beladenen Schiffs in die Stadt Wisburg unterstreicht die Bedrohung und verleiht der Handlung einen zusätzlichen Schrecken. Während kritische Unterstützung von Charakteren wie Dr. Sievers und Professor Van Helsing kommt, muss Ellen herausfinden, ob sie Hilfe wünscht oder nicht. Diese unerforschten inneren Konflikte stellen die Grundlage für die queere Reinterpretation dar und bieten viel Raum für persönliche Identitäten und Lebenseinstellungen.

Ein neues Licht auf Theater und Queerness

Die Inszenierung von „Nosferatu“ ist Teil eines größeren Trends in der Theaterwelt, der sich mit queeren Themen beschäftigt. In einem aktuellen Sonderheft der Deutschen Bühne wird der aktuelle Stand von Queerness auf und hinter der Bühne beleuchtet, was den Rahmen für solche Produktionen bildet. Es werden Essays und persönliche Erfahrungen von Künstlern und Intendanten vorgestellt, die über ihre Reisen und Herausforderungen in der Theaterwelt sprechen. Diese umfassenden Perspektiven sind entscheidend, um das Bewusstsein für Vielfalt und die Relevanz queerer Narrationen zu schärfen.

Die Hochschulaufführung verspricht, das Publikum nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken über Identität, Liebe und die gesellschaftlichen Normen zu bewegen. Mit solchen innovativen Projekten stellt die English Drama Group sicher, dass klassische Themen in neuem Licht erstrahlen und die Wahrnehmung von Queerness im Theater weiter gefördert wird.