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Eine aktuelle Studie der Universität Bielefeld hat aufgedeckt, dass Narzissmus in Familien größtenteils genetisch bedingt ist. Diese Erkenntnis wirft ein neues Licht auf die Entstehung ausdrucksstarker Persönlichkeitsmerkmale und könnte weitreichende Folgen für die psychologische Forschung und Therapie haben. In der Fachzeitschrift Social Psychological and Personality Science wurde am 23. März 2026 die Studie veröffentlicht, die von Prof. Dr. Christian Kandler geleitet wurde.

Das Forschungsteam wertete Daten des Projekts „TwinLife“ aus, das seit 2013 existiert. Dabei wurden umfangreiche Informationen von 6.715 Personen analysiert, darunter Zwillinge, Geschwister sowie Mütter, Väter und Partner. Diese Vielzahl an Datenquellen ermöglicht eine tiefergehende Einsicht in die genetischen und umweltbedingten Faktoren von Narzissmus.

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Genetische Einflüsse und Umweltfaktoren

Eine bemerkenswerte Erkenntnis der Studie ist, dass etwa 50 % der Unterschiede im Narzissmus auf genetische Faktoren zurückzuführen sind. Der überwiegende Rest der Unterschiede lässt sich durch individuelle, nicht geteilter Umwelteinflüsse erklären. Widersprüchliche Annahmen, dass geteilte familiäre Umweltfaktoren einen signifikanten Einfluss auf Narzissmus haben, konnten nicht bestätigt werden.

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Diese Erkenntnisse sind besonders interessant, da sie andeuten, dass der Einfluss von Erziehung und familiären Verhältnissen auf die Entwicklung narzisstischer Eigenschaften weniger bedeutend ist, als bisher angenommen. Stattdessen ist es wichtig, auch andere Einflussfaktoren wie Gleichaltrige, Partnerschaften und Bildung in zukünftige Forschungen einzubeziehen.

Auswirkungen auf Bildung und Beruf

Narzissmus hat nicht nur persönliche, sondern auch gesellschaftliche Relevanz. Die Studie hebt hervor, dass narzisstische Eigenschaften direkte Auswirkungen auf Bildungs- und Berufsverläufe haben können. Dies könnte bedeuten, dass gesellschaftliche Strukturen und Dynamiken durch diese Persönlichkeitsmerkmale beeinflusst werden.

Die Veröffentlichung ist Teil eines größeren Forschungsvorhabens am JICE – Joint Institute for Individualisation in a Changing Environment, das an den Universitäten Bielefeld und Münster angesiedelt ist. Prof. Dr. Christian Kandler und sein Team plädieren dafür, die Komplexität der Entwicklung von Narzissmus weiter zu erforschen. Diese Erkenntnisse könnten nicht nur für Fachleute, sondern auch für die breitere Öffentlichkeit von Bedeutung sein, um ein besseres Verständnis für narzisstisches Verhalten zu entwickeln.

Die Diskussion über genetische versus umweltbedingte Einflüsse bleibt ein zentrales Thema in der Psychologieforschung. Wie die Studienergebnisse zeigen, ist es unerlässlich, einen interdisziplinären Ansatz zu verfolgen, um die Wechselwirkungen von Erbe und Umwelt zu verstehen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass diese Studie von aktuell.uni-bielefeld.de nicht nur neue Perspektiven auf den Narzissmus eröffnet, sondern auch den Weg für zukünftige Forschungen ebnet.