Am 26. März 2026 findet an der Bauhaus-Universität Weimar ein interdisziplinärer Workshop statt, der zur Analyse von Schäden durch Erdbeben und andere extreme Naturgefahren einlädt. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Erdbeben-Daten- und Analyse-Centers (EDAC) wird diese Veranstaltung dazu genutzt, aktuelle Fragestellungen und neue Themenfelder in der Naturgefahren- und Risikoforschung zu diskutieren. Die Bauhaus-Universität Weimar hebt hervor, dass entschlossenes Handeln aufgrund des Katastrophenpotenzials von Naturgefahren erforderlich ist.

Die enge Partnerschaft zwischen der Bauhaus-Universität Weimar und dem Geoforschungszentrum Potsdam hat über 40 Jahre Bestand. Diese Kooperation hat sich als wesentlich für die Schadensanalyse, Risikobewertung und die Entwicklung von Bauvorschriften erwiesen. Es ist daher nicht überraschend, dass der Workshop auch der Unterstützung des internationalen Masterstudiengangs „Natural Hazards and Risks in Structural Engineering (NHRE)“ dient.

Programm des Workshops

Der Workshop wird hybrid durchgeführt, sodass Teilnehmer sowohl vor Ort als auch online teilnehmen können. Das Programm umfasst drei thematische Sessions:

  • Natural Hazards: Needs and Benefits of Cooperation – Diskussion über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Praxispartnern.
  • Natural Hazards and Code Development – Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse in Normen und Bauvorschriften zur Verbesserung der Resilienz von Bauwerken.
  • Round Table: Challenges and Requirements in Research and Education – Reflexion über Fortschritte und Herausforderungen in der Forschung und im Ingenieurwesen.

Mit einer Eröffnung des neuen Erdbeben-Terminals im Foyer des Hörsaalgebäudes wird eine zusätzliche Attraktion während der Kaffeepause zwischen den Sessions geboten. Dieses interaktive Infoterminal ermöglicht den Zugang zu Messdaten der seismischen Station in der Weimarer Parkhöhle und soll dazu beitragen, die Forschung und Lehre in diesem Bereich zu bereichern.

Klimawandel und Naturgefahren

Die Fragen rund um Naturgefahren und deren Risiken sind besonders relevant, da die Zahl extremer Wetterereignisse, wie Gewitter, Hagel, Stürme und Starkregen, durch den Klimawandel zunimmt. Laut Professor Peter Knippertz vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK) des KIT wird die Anzahl von Katastrophen in den kommenden Jahrzehnten steigen. Experten fordern, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung besser zu schützen.

Zusätzlich wird die Notwendigkeit betont, Frühwarnsysteme zu verbessern. Professor Michael Kunz vom IMK hebt hervor, dass zur Verbesserung der Vorhersagen mobile Radarmesspunkte und Messgeräte in Gewitterzellen eingesetzt werden, um das Wachstum und den Weg von Hagelkörnern genauer nachvollziehen zu können.

Die Anmeldung für den Workshop ist bis zum 16. März 2026 erforderlich, während die Abendveranstaltung eine zusätzliche Networking-Möglichkeit bieten wird. Dieses Treffen stellt nicht nur einen Rückblick auf nationale und internationale Projekte dar, sondern auch eine Gelegenheit, neue Forschungsfelder und Kooperationen zu erschließen.