Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Ulm hat kürzlich bedeutende Fortschritte im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs vorgestellt. In einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift Molecular Cancer veröffentlicht wurde, wird deutlich, wie das aktivierte Onkogen KRAS die Umgebung des Tumors bereits vor dessen Erkennbarkeit beeinflusst. Diese Erkenntnisse haben das Potenzial, die Diagnostik und Therapie dieser oft tödlichen Erkrankung zu revolutionieren. uni-ulm.de berichtet, dass KRAS ein entzündliches Mikromilieu schafft, das das Tumorwachstum begünstigt und das Eindringen von Immunzellen wie T-Zellen verhindert.

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, was die Behandlung bereits erheblich erschwert. Dies liegt oft daran, dass zu Beginn der Krankheit noch keine Symptome auftreten. Die Krebsforschung wird durch die Baden-Württemberg Stiftung und das Reinhart-Koselleck-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft maßgeblich unterstützt. Die wissenschaftliche Arbeit hat auch spezifische therapeutische Angriffsziele identifiziert, die noch vor der Ausbildung eines invasiven Tumors wirksam sein könnten.

Neue Therapieansätze

Im Zusammenhang mit der Revolutionierung der Behandlungsmöglichkeiten haben Wissenschaftler der Perelman School of Medicine und des Abramson Cancer Center der University of Pennsylvania eine vielversprechende neue Kombinationstherapie für Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt. Diese Kombination, die einen neuen Inhibitortyp beinhaltet, der mehrere KRAS-Genmutationen angreift, zeigt in präklinischen Modellen deutlich bessere Ergebnisse als die bislang gängige Therapie. labnews.io vermerkt, dass beinahe 90 Prozent der Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankungen auf KRAS-Mutationen zurückzuführen sind, die zuvor als „nicht medikamentös behandelbar“ galten.

Insbesondere die Kombinationstherapie, die multiselektive RAS(ON)-Inhibitoren verwendet, hat in Tests signifikante Tumorschrumpfungen und in einigen Fällen eine vollständige Remission erzeugt. Der Einsatz dieser Inhibitoren hat auch das Tumormikromilieu positiv verändert und die Ansiedlung von Immunzellen gefördert, was die Tumore empfänglicher für Immuntherapien gemacht hat.

Genetische Veränderungen als Schlüssel zur Therapie

Zusätzlich zu den Fortschritten bei KRAS-Mutationen zeigen jüngste Entdeckungen des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg, dass auch andere genetische Veränderungen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs eine bedeutende Rolle spielen. nct-heidelberg.de hat wachstumsfördernde Genfusionen in Tumoren identifiziert, die durch bestimmte Medikamente, wie Tyrosinkinase-Inhibitoren, behandelbar sind.

In einer Untersuchung wurden Genfusionen gefunden, bei denen Teile des NRG1-Gens mit anderen Genen verschmolzen sind. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven für die gezielte Behandlung von Patienten mit spezifischen genetischen Konstellationen. Es zeigt sich, dass, obwohl die häufigste genetische Veränderung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs die KRAS-Mutation ist, auch andere genetische Marker für die Entwicklung therapeutischer Ansätze von Bedeutung sind.

Die Fortschritte in der Erforschung und Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind ermutigend und könnten dazu beitragen, die Überlebenschancen der Patienten erheblich zu verbessern. Die Zusammenarbeit von Institutionen und der Austausch von Erkenntnissen sind entscheidend, um neue Therapien zu entwickeln und bestehende Behandlungsmethoden zu optimieren.