Die Narkolepsie, eine chronische neurologische Erkrankung, die bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auftritt, wird oft spät erkannt und bleibt vielen Mediziner:innen außerhalb spezialisierter Zentren unbekannt. Diese Erkrankung äußert sich in Symptomen wie plötzlichen Einschlafattacken, Tagesmüdigkeit, gestörtem Nachtschlaf sowie dem Verlust der Muskelspannung bei starken Emotionen. Um die Versorgungsqualität für Betroffene zu verbessern, hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) zusammen mit weiteren Fachgesellschaften die aktualisierte S2k-Leitlinie „Behandlung der Narkolepsie bei Erwachsenen und Kindern“ herausgegeben. [Uni Witten/Herdecke] berichtet, dass die neue Leitlinie die bisherigen Versionen aus den Jahren 2008 und 2012 ersetzt und dabei aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sowie neue Therapieoptionen berücksichtigt.

Die Erarbeitung der Leitlinie fand unter der Leitung von Prof. Dr. Ulf Kallweit von der Universität Witten/Herdecke statt, der federführend für die Inhalte verantwortlich war. Diese neue Leitlinie stellt eine wichtige Orientierung für Ärzt:innen dar, um die evidenzbasierte Behandlung von Narkolepsie zu verbessern. Wichtige Aspekte der Leitlinie umfassen einen klaren Fokus auf die Therapie von Narkolepsie bei verschiedenen Altersgruppen.

Therapieempfehlungen und nicht-pharmakologische Maßnahmen

Die Therapieempfehlungen in der neuen Leitlinie basieren auf den Hauptsymptomen der Erkrankung wie Tagesschläfrigkeit, Kataplexien und gestörtem Nachtschlaf. Besonders hervorzuheben ist die Erweiterung der medikamentösen Optionen durch neu zugelassene Medikamente, die die Behandlungsmöglichkeiten für die Betroffenen verbessern. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die von mehr zugelassenen Therapieoptionen profitieren können.

Darüber hinaus bietet die Leitlinie konkrete Entscheidungshilfen für unterschiedliche Therapieansätze, darunter Erst-, Zweit- und Kombinationstherapien. Nicht zuletzt werden auch nicht-pharmakologische Maßnahmen betont, die dazu beitragen, den Alltag der Betroffenen zu verbessern. Hierzu zählen geplante Kurzschlafphasen, die in den Behandlungskonzepten berücksichtigt werden.

Integration der Patient:innen-Perspektive

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt dieser Leitlinie ist die Einbeziehung von Vertreter:innen aus Selbsthilfegruppen und Vereinen in die Arbeitsgruppe. Dies ermöglicht es, die Perspektive der Patient:innen in den Diagnose- und Behandlungsprozess zu integrieren. Die neue Leitlinie ist online verfügbar und ermöglicht so einen breiten Zugang zu wichtigen Informationen für sowohl Mediziner:innen als auch Patient:innen.

Insgesamt bietet die aktualisierte S2k-Leitlinie, die die Behandlung der Narkolepsie neu definiert, einen vielversprechenden Weg, um die Versorgung der Betroffenen zu verbessern und eine fundierte medizinische Grundlage zu schaffen.