Die Universität des Saarlandes steht vor einem Wechsel in der Fakultät für Experimentelle Muskuloskelettale Medizin. Ab dem 1. März wird Prof. Dr. med. Bergita Ganse die Position der Universitätsprofessorin einnehmen. Ganse bringt umfassende Erfahrungen aus ihrer vorherigen Tätigkeit als Inhaberin der zeitlich befristeten Werner-Siemens-Stiftungsprofessur für innovative Implantat-Entwicklung am Campus Homburg mit.

Ihr Forschungsschwerpunkt dreht sich um intelligente Implantate, die Brüche heilen und verletzte Körperteile immobilisieren können. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Untersuchung des Leistungsabfalls im Alter sowie die Herausforderungen der Raumfahrtmedizin. Bereits seit 2021 koordiniert sie das Projekt „Smarte Implantate“ an der Universität des Saarlandes. Dieses wird großzügig mit insgesamt neun Millionen Euro von der Werner-Siemens-Stiftung gefördert und ist Teil einer Kooperation mit wichtigen Institutionen wie der Europäischen Weltraumorganisation ESA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR sowie der NASA.

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Forschung und Auszeichnungen

Bergita Ganse hat sich nicht nur durch ihre Forschungsprojekte einen Namen gemacht, sondern auch durch mehrere Auszeichnungen. Im Oktober 2025 wurde sie mit dem Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie für ein neues Verfahren zur Überwachung der Frakturheilung ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie den zweiten Platz beim Preis für Hochschullehre der Homburger Fachschaft Medizin – eine Ehrung, die ihre Lehrtätigkeit unterstreicht. Ganse hält Vorlesungen zur Weltraummedizin, die für alle Interessierten zugänglich sind.

Ihre akademische Karriere ist beeindruckend: Ganse studierte Humanmedizin an der Universität Halle-Wittenberg und der Universität zu Lübeck, bevor sie 2007 promovierte. Sie hat an renommierten Forschungsstationen gearbeitet, darunter die Berliner Charité, die Universitätsklinik Köln und das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR zwischen 2011 und 2014. Zudem hat sie eine Reihe von Facharztqualifikationen erworben, darunter in Physiologie, Sportmedizin, Notfallmedizin sowie Orthopädie und Unfallchirurgie.

Innovative Implantate und deren Entwicklung

Ein weiterer spannender Aspekt in der Welt der medizinischen Implantate ist die Entwicklung durch das Fraunhofer IMS. Diese Institution hat implantierbare Drucksensorsysteme entwickelt, die physiologische Parameter überwachen können. Einige Systeme sind mittlerweile CE-zertifiziert. Besonders bemerkenswert ist ein telemetrisch auslesbares Drucksensor-Implantat, das zur Hydrocephalus-Behandlung dient. Es wurde in Zusammenarbeit mit der Christoph Miethke GmbH und der Aesculap AG entwickelt.

Ein weiteres Produkt, das in Zusammenarbeit mit Implandata Ophthalmic Products GmbH entstanden ist, ist der EYEMATE – ein Drucksensor, der den Augeninnendruck überwacht. Dies ist besonders wichtig, da ein zu hoher Druck irreversible Schäden am Sehnerv verursachen kann, was zu Glaukom führt. Das Sensorsystem ermöglicht eine komfortable Erfassung des zeitlichen Druckverlaufs, was die medikamentöse Therapie optimiert.

Zusammenarbeit und Ziele des Instituts

Das Institut für Muskuloskelettale Medizin (IMM), welches 2009 gegründet wurde, verfolgt das Ziel, Forschungsressourcen im Bereich der Knochen- und Gelenkerkrankungen zu bündeln und zu stärken. Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Pap arbeitet das Institut eng mit verschiedenen klinischen Einrichtungen zusammen. Die Forschungsschwerpunkte des IMM umfassen Mechanismen von entzündlichen, degenerativen und malignen Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie die Regenerationsfähigkeit von Gelenken und Knochen nach Verletzungen und im Alter.

In Anbetracht dieser Entwicklungen und Kooperationen wird deutlich, dass die medizinische Forschung in Deutschland auf einem hohem Niveau voranschreitet. Mit Prof. Dr. Bergita Ganse an der Spitze der Forschung für experimentelle muskuloskelettale Medizin in Saarland wird ein neuer, vielversprechender Abschnitt beginnen.