Professor Lars Schnieder hat am 26. März 2026 das Amt des neuen Leiters des Instituts für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung an der Technischen Universität Braunschweig übernommen. In seiner neuen Rolle wird er sich intensiv mit den Herausforderungen und Lösungen der Zukunft des Eisenbahnsystems befassen. Besonderes Augenmerk legt er auf die Themen Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit des Schienenverkehrs.
Zu seinen Hauptforschungsbereichen gehören die Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens von Schienenverkehrssystemen und die Automatisierung des Bahnbetriebs. Dies schließt auch die Veränderungen traditioneller Berufe mit ein. Schnieder betont, dass demokratische Prozesse bei der Planung von Infrastruktur unerlässlich sind, um gesellschaftliche Prioritäten zu berücksichtigen und eine effiziente Gestaltung des Bahnsystems zu gewährleisten.
Forschung und Lehre im Fokus
Die Forschung am Institut zielt darauf ab, pünktlichere Züge zu ermöglichen und Baustellen zu optimieren. Schnieder beschreibt seinen Arbeitsalltag mit den Schlagworten: Neugier, Befähigen und Gestalten. Dabei werden technische und betriebliche Aspekte integriert, um eine umfassende Herangehensweise an die Herausforderungen des Schienenverkehrs zu ermöglichen.
In der Lehre wird ein besonderer Fokus auf die systemtechnische Ausgestaltung automatisierter Eisenbahnsysteme gelegt. Zudem kommen digitale Werkzeuge und Planungsverfahren zum Einsatz, ebenso wie die Eisenbahnsicherheit, die in Planung, Bau und Betrieb integriert wird. Der Studiengang Verkehrsingenieurwesen soll verkehrsträgersübergreifender und stärker automatisierungsorientiert gestaltet werden.
Die Digitale Schiene Deutschland
Die Digitale Schiene Deutschland stellt einen wesentlichen Bestandteil der Verkehrswende dar, die durch den Klimawandel forciert wird. Ziel dieser Initiative ist die Erhöhung des Transports von Personen und Gütern auf der Schiene. Die aktuelle Eisenbahninfrastruktur in Deutschland ist größtenteils sanierungsbedürftig und veraltet, was zu häufigen Verspätungen und Zugausfällen führt.
Die Digitale Schiene Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, die Leistungsfähigkeit und Kapazität des Bahnsystems durch technologische Innovationen zu steigern. Ein zentraler Aspekt hierbei ist die Einführung einer digitalen Leit- und Sicherungstechnik. Dazu gehört die Verwendung des europaweit einheitlichen Zugbeeinflussungssystems ETCS sowie digitaler Stellwerke. Diese Maßnahmen sollen den Betrieb robuster machen und die Instandhaltungskosten senken.
Ein weiterer Vorteil der Digitalen Schiene ist die Möglichkeit, Züge dichter hintereinander verkehren zu lassen, was die Effizienz erheblich erhöht. Zudem soll die Betriebskontinuität durch schnellere Reaktionen auf Störfälle verbessert werden. Letztlich steht das Ziel der pünktlichen und zuverlässigen Ankunft der Züge im Vordergrund, was nicht nur die Fahrgäste erfreut, sondern auch eine nachhaltige Mobilität fördert.



