Am 13. März 2026 wurde Dr. Heike Hanagarth zur neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gewählt. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Schritt für das KIT, das von der vorherigen Führung unter Professor Michael Kaschke, der das Gremium sechs Jahre lang geleitet hat, eine neue Richtung einschlägt. Hanagarth, eine erfahrene Managerin und internationale Aufsichtsrätin, hebt die essentielle Verbindung von Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft hervor, die sie als Grundlage ihrer neuen Amtszeit sieht. Ihr Ziel ist es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des KIT zu stärken und gezielte Netzwerke in der Industrie zu schaffen.

Professor Jan S. Hesthaven, Präsident des KIT, betont die umfangreiche internationale Erfahrung von Hanagarth, die sie in unterschiedlichen Führungspositionen gesammelt hat. Geboren 1959, studierte sie Maschinenbau an der Technischen Hochschule Karlsruhe und promovierte 1989 über Oberflächenbehandlungen und das Ermüdungsverhalten von TiAl6V4 und 42 CrMo 4 bei erhöhter Temperatur. Ihre berufliche Karriere begann 1988 bei Daimler-Benz und führte sie durch zahlreiche Schlüsselpositionen in der Automobilindustrie.

Karriere und Errungenschaften

Hanagarths berufliche Laufbahn umfasst bedeutende Stationen. Nach ihrem Einstieg bei Daimler-Benz, wo sie bis 1998 tätig war, übernahm sie 1998 die Leitung der Motoren- und Aggregate-Montage bei MTU Friedrichshafen und war für die Neuorganisation des Fertigungsprozesses zuständig. Rund um das Jahr 2000 war sie Hauptabteilungsleiterin für Montage, Prüfstände und Lackierung, bevor sie ab 2005 die Verantwortung für das Qualitäts- und Risikomanagement in der MTU-Konzernzentrale übernahm.

Im Jahr 2011 leitete sie die Motorenfertigung bei BMW in München, wo sie für 2000 Mitarbeiter verantwortlich war. 2013 wurde sie in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG berufen, wo sie als erste weibliche Vorständin für Technik einen bedeutenden Meilenstein setzte. Hier war Hanagarth unter anderem für Einkauf, Qualität, Umwelt und Innovationen zuständig und musste sich Herausforderungen wie Lieferverzögerungen für Fahrzeuge stellen.

Engagement in Wissenschaft und Forschung

Hanagarth engagiert sich zudem im Forschungs- und Wissenschaftsökosystem, unter anderem als Senatorin der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren im Bereich „Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr“. Ihre Expertise wurde auch in das Expertengremium des Hightech-Forums zur Umsetzung der Hightech-Strategie der Bundesregierung eingebracht.

Der Aufsichtsrat des KIT hat insgesamt elf Mitglieder, die für vier Jahre im Amt sind. Unter den Mitgliedern befinden sich neben Hanagarth auch bekannte Namen wie Susanne Kunschert, Clemens Benz, Anja Feldmann, Gerald Haug und Stefan Quandt. Der Aufsichtsrat tagt dreimal jährlich und überwacht sowohl die Entwicklung als auch die Profilbildung der Universität, um deren Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.