Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben bemerkenswerte Fortschritte im Kampf gegen die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) erzielt. Diese seltene und schwerwiegende Gehirninfektion wird durch das JC-Virus verursacht und betrifft häufig immungeschwächte Personen, was meist zu tödlichen Verläufen führt. Die Erforscherlichkeiten zeigen, dass Biomarker, die das Vorhandensein funktioneller virus-spezifischer T-Zellen im Blut messen, entscheidend sein könnten, um vorherzusagen, welche Patienten von einer Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICIs) profitieren können. Laut mhh.de haben 111 PML-Patienten weltweit, die zwischen 2021 und 2024 mit ICIs behandelt wurden, an einer umfassenden Studie teilgenommen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten mit nachweisbaren T-Zellen höhere Ansprechraten und bessere funktionelle Verläufe aufweisen. Zudem haben sie eine niedrigere Viruslast und eine bessere Überlebenswahrscheinlichkeit. Besonders bemerkenswert ist, dass bei diesen Patienten seltener immunvermittelte Nebenwirkungen auftraten. Das ICI-System aktiviert die Immunantwort des Körpers, jedoch ist es nicht immer erfolgreich. Daher wird ein Bluttest auf virus-spezifische T-Zellen als potenzieller Biomarker für die Wirksamkeit von ICIs bei PML-Patienten betrachtet.

Innovative Ansätze in der Therapie

Zusätzlich zu den bisherigen Erkenntnissen bietet die MHH eine Therapie mit allogenen DIAVIS-T-Zellen an, die aus dem Blut gesunder Spender stammen. Vor der Infusion dieser Spender-T-Zellen wird geprüft, ob die Patienten eigene T-Zellen gegen das Virus haben. Das dazugehörige alloCELL-Register an der MHH ermöglicht eine schnelle Auffindung passgenauer T-Zell-Spenden. Ziel ist es, den Bluttest zum Standardverfahren vor Therapiebeginn zu machen, um die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung zu steigern.

Die Rolle von ICIs in der Therapie von PML-Patienten ist vielversprechend. Eine systematische Suche auf PubMed hat gezeigt, dass 21 von 35 in die Studie einbezogenen Patienten einen Nutzen aus der Behandlung zogen. Die diskutierten Merkmale umreißen viele Aspekte, wie zum Beispiel Alter, Blut-CD4+-Zellzahl, virale Last im Liquor vor der Behandlung und die Art des verwendeten ICIs. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Ausgangssituation von Patienten, die bereits einer therapeutischen Immunsuppression unterzogen wurden, da sie eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit hatten, positiv auf die Behandlung zu reagieren. Dies wirft neue Fragen hinsichtlich des optimalen Managements von immunbezogenen Nebenwirkungen (irAEs) auf, die während der ICI-Behandlung auftreten können, wie von pubmed.ncbi.nlm.nih.gov dokumentiert.

Ausblick und Herausforderungen

Die Daten aus der MHH-Studie und anderen Quellen heben hervor, wie wichtig es ist, frühzeitig geeignete Biomarker zu identifizieren. Ein unerkennbarer viraler Last im Liquor und eine Reduktion der Läsionen in der Magnetresonanztomographie nach der ICI-Verabreichung standen im Zusammenhang mit einer positiven klinischen Reaktion. Diese Erkenntnisse könnten entscheidend für zukünftige therapeutische Strategien bei PML sein.

Die bevorstehenden Herausforderungen liegen in der weiteren Erforschung geeigneter Verfahren zur Früherkennung der Ansprechrate auf ICIs, um die Behandlungsergebnisse für Patienten mit dieser kritischen Erkrankung weiter zu verbessern.