Dr. Till Schmäing wurde kürzlich zum Juniorprofessor für die Didaktik des Sachunterrichts an der Universität Vechta ernannt, eine Rolle, die er am 1. März 2026 antreten wird. Die Ernennungsurkunde wurde am 12. Februar 2026 von Interimspräsident Prof. Dr. Thomas Bals überreicht. In seiner neuen Position wird er sich auf die Didaktik des Sachunterrichts konzentrieren, der sich mit Lehr- und Lernprozessen in diesem wichtigen Schulfach beschäftigt.

Ein zentraler Schwerpunkt von Schmäings Lehre und Forschung liegt auf den Bereichen Naturwissenschaft und Technik. Er bringt Expertise in der Bildung für nachhaltige Entwicklung, Umweltbildung sowie der Digitalität in der Fachdidaktik mit. Insbesondere setzt er sich für die Verbesserung der Lehrkräftebildung ein, um eine hochqualitative und evidenzbasierte Ausbildung zu gewährleisten.

Forschungsprojekte und internationale Kooperationen

Dr. Schmäing plant, nationale und internationale Forschungsprojekte in der naturwissenschaftlichen Bildung zu konzipieren und durchzuführen. Ein zentraler Aspekt seiner Arbeit wird der Aufbau und die Erweiterung kooperativer Strukturen auf regionaler und internationaler Ebene sein. In seinen bisherigen Stationen, darunter am IPN-Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel sowie der Technischen Universität Dortmund, konnte er bereits umfassende Erfahrungen sammeln.

Besonders erwähnenswert ist seine Dissertation an der Universität Bielefeld, in der er das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer sowie dessen unterrichtliche Einbindung und außerschulischen Lernorte untersuchte. Sein akademischer Werdegang umfasst einen Bachelor of Arts und einen Master of Education an der gleichen Universität.

Verknüpfung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und Sachunterricht

Ein wichtiger Hintergrund für Schmäings Arbeit ist das Programm der UNESCO „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen“ (BNE 2030), das 2021 in Berlin ins Leben gerufen wurde. Ziel dieses Programms ist es, auf die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, insbesondere Ziel 4 für qualitativ hochwertige und inklusive Bildung, auszurichten. Die Integration von BNE in den Sachunterricht der Grundschule ist dabei von großer Bedeutung, jedoch zeigt die Umsetzung in deutschen Schulen erhebliche Defizite.

Lehrkräfte empfinden die Ansätze der BNE häufig als komplex und stehen dem Thema politische Bildung im Sachunterricht kritisch gegenüber. Daher ist es von essenzieller Bedeutung, BNE mit Demokratiebildung und politischer Bildung zu verknüpfen. Schmäings Forscherteam plant, die sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsziele stärker miteinander zu verbinden und die Perspektiven im Sachunterricht transdisziplinär zu verzahnen.

Geplante Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit

Um künftige Lehrkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung besser auf diese Herausforderungen vorzubereiten, sieht das Projekt vor, dass Studierende gemeinsam mit praktizierenden Lehrkräften und außerschulischen Bildungspartnern im Teamteaching arbeiten. Geplant sind mehrere Fachveranstaltungen in städtischen und ländlichen Kontexten, mit einer Auftakttagung, die bereits im Oktober 2024 stattfand und hohe Zufriedenheit unter den Teilnehmenden hervorrief. Zusätzlich sind im Wintersemester 2024/2025 vier Seminare zur praxisintegrierenden Erarbeitung von Bildungseinheiten vorgesehen.

Die erste Phase des Projekts wird durch umfassende Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, die über Homepages und Blogs der Universität Kassel und Humboldt-Universität Berlin verbreitet wird. Ebenso sind Präsentationen des Projekts auf verschiedenen Tagungen geplant, um die Inhalte und Ergebnisse einem breiteren Publikum vorzustellen. Zudem soll eine barrierefreie Handreichung für pädagogische Fachkräfte erstellt werden, um die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern. Die systematische Evaluation wird eine fortlaufende Reflexion und Weiterentwicklung ermöglichen.