Jan-Erik Leonhardt hat die Position des neuen Juniorprofessors für Englische Fachdidaktik an der Technischen Universität Braunschweig übernommen. In seiner Forschung befasst er sich mit der Integration verschiedener Medien, einschließlich Literatur, Filme, Serien und Künstlicher Intelligenz (KI), in den Englischunterricht. Besonders die Ergründung der Schüler*innenkompetenzen sowie die Professionalisierung von Fremdsprachenlehrkräften stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit. TU Braunschweig berichtet, dass Leonhardt aktuelle Forschungsprojekte leitet, die die Entwicklung einer KI-basierten Lernanwendung für Demokratiebildung im Englischunterricht sowie eine länderübergreifende Studie über die Kompetenzen angehender Englischlehrer*innen im Umgang mit Filmen umfassen. Zudem hat er das „Centre for Pictorial Holocaust Narratives“ ins Leben gerufen, wo Forschungs- und Bildungsprojekte zu Holocaust-Erzählungen durchgeführt werden.
Leonhardt unterstreicht die Bedeutung von Geschichten für das Fremdsprachenlernen und den gesellschaftlichen Austausch. Sein Arbeitsalltag beinhaltet die Zusammenarbeit mit Kolleg*innen und Studierenden, Forschung und Datenanalyse sowie das Coaching von Nachwuchswissenschaftler*innen.
Die Rolle der Künstlichen Intelligenz im Unterricht
Mit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 hat sich die Landschaft der KI-Anwendungen rasant weiterentwickelt. Lehrende und Schulleitungen sind aufgefordert, sich intensiv mit den Chancen und Herausforderungen dieser Technologien auseinanderzusetzen. Materialien von lernen-digital.nrw bieten Einsatzmöglichkeiten von KI in modernen Fremdsprachen. Vorschläge umfassen konkrete Szenarien, Arbeitsaufträge und Prompts, die auf verschiedene Sprachniveaus übertragbar sind. Das Ziel dieser Initiativen ist, folgerichtige Ableitungen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung zu finden.
Eine Untersuchung von deutsches-schulportal.de, die im März 2026 unter etwa 1.000 Lehrkräften in Deutschland durchgeführt wurde, bringt aufschlussreiche Ergebnisse zu Tage. Demnach haben 88% der Lehrkräfte kaum bis gar nicht mit KI-Regelungen gearbeitet, wobei 44% jeweils zu den beiden Kategorien zählen. 78% der Befragten empfinden die zusätzlich geforderten Aufgaben als unleistbar, und 50% finden das Thema KI zu komplex. Trotz dieser Herausforderungen wünschen sich 87% der Lehrkräfte verständliche und umsetzbare Regelwerke für den Schulalltag.
Fortbildungsbedarf und Ausblick
Die Umfrage zeigt auch, dass 62% der Lehrkräfte sich unsicher oder sehr unsicher im Umgang mit KI-Tools fühlen. Während 31% in den letzten 12 Monaten keine solchen Tools genutzt haben, verwenden nur 11% sie mehrmals pro Woche oder täglich. Mehrheitlich nutzen Lehrkräfte KI lediglich sporadisch, vor allem für die Unterrichtsvorbereitung. Diese Zurückhaltung ist oft von der Erwartung negativer Auswirkungen auf Schülerkompetenzen geprägt, wobei über 60% der Befragten negative Entwicklungen in den sozialen und kommunikativen Fähigkeiten befürchten.
Dennoch sehen 57% der Lehrkräfte positive Effekte bei der individuellen Lernunterstützung durch KI, was auf einen potenziellen Paradigmenwechsel im Lehr- und Lernprozess hindeutet. Der hohe Fortbildungsbedarf im Bereich KI ist evident: 54% der Lehrkräfte sind an Fortbildungen zur Nutzung von KI in der Unterrichtsgestaltung interessiert. Weitere Bereiche, für die Fortbildungsangebote gewünscht werden, umfassen die Förderung kritischen Denkens, Unterrichtsplanung und die Auswertung von Schülerleistungen. Das Campus des Schulportals bietet regelmäßig entsprechende Veranstaltungen an. Damit wird deutlich, dass Künstliche Intelligenz im Bildungsbereich weit mehr als nur ein Trend ist; sie könnte die Zukunft des Lernens maßgeblich gestalten.