Die Initiative zur Erforschung neuartiger physikalischer Ansätze zur Nervenleitung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wissenschaftler*innen an der Technischen Universität Dortmund setzen sich mit einem Projekt auseinander, das mögliche Auswirkungen auf die Behandlung neurologischer Erkrankungen verspricht. Sie folgen einem innovativen Ansatz, der nicht nur die Grundlagen für neue therapeutische Methoden legen könnte, sondern auch als Grundlage für Computersysteme dienen kann, die das menschliche Gehirn nachahmen.
Im Zentrum dieser Forschung steht Professor Matthias Schneider, Professor für Medizinische und Biologische Physik an der TU Dortmund, der zusammen mit seiner Frau, Psychiaterin Vanessa Myles, an dem Projekt arbeitet. Die National Science Foundation (NSF) hat dieses Vorhaben mit einem Trailblazer Award ausgezeichnet. Schneider erhält insgesamt 900.000 Dollar für seine Forschungsarbeiten, die sich auf den Effekt von Lithium konzentrieren, einem häufig verschriebenen Neuropharmakon in der Psychiatrie.
Transatlantische Zusammenarbeit und Austausch
Prof. Schneider ist nicht alleine in dieser Forschung. Er kooperiert eng mit anderen Akademikern, darunter Prof. Shyam Erramilli und Prof. Bjoern Reinhard von der Boston University. Ein zentraler Aspekt des Projektes ist die Untersuchung der Physik der Nervenimpulsausbreitung, die für ein vertieftes Verständnis neurologischer Prozesse entscheidend sein kann.
Die Forschungsgelder sollen genutzt werden, um ein Labor in Boston als Drehscheibe für den transatlantischen Austausch zu etablieren. Dies wird durch das 2024 gestartete gemeinsame Forschungsnetzwerk zwischen den Physik-Fakultäten der TU Dortmund und der Boston University gefördert.
Des Weiteren plant Schneider die Gründung der „Boston-Ruhr Initiative for Undergraduate and Graduate Student Exchange“ (BRIDGE). Diese Initiative zielt darauf ab, den Austausch von Studierenden zwischen den beteiligten Institutionen zu fördern. Dies schließt Praktika in biomedizinischer Physik und Künstlicher Intelligenz ein und umfasst renommierte Einrichtungen wie das MIT, das Universitätsklinikum Essen und das Drug Discovery Hub Dortmund.
Der offizielle Projektstart ist für April 2026 vorgesehen. Die Forschungsarbeiten stehen exemplarisch für einen wachsenden Trend, der interdisziplinäre Ansätze und internationale Kooperationen in den Vordergrund stellt und damit neue Perspektiven in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung eröffnet. Diese transatlantische Zusammenarbeit könnte nicht nur den akademischen Austausch stärken, sondern auch konkrete Fortschritte in der medizinischen Forschung ermöglichen.