Am 25. Februar 2026 wird Andriy Goychuk, ein bedeutender Wissenschaftler im Bereich der Biophysik und Immunologie, als Professor am Institut für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik an der TU Braunschweig eingeführt. Seit Januar 2026 hat er das Amt übernommen. Zuvor war Goychuk als Leiter der Forschungsgruppe Mechanochemie von Entzündungsprozessen am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig tätig, eine Position, die er seit 2025 innehat. Seinen akademischen Werdegang begann der Physiker am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA, wo er promovierte, gefördert durch ein Stipendium der European Molecular Biology Organization.

Goychuks Forschung ist geprägt von einer interdisziplinären Herangehensweise, die Biophysik, statistische Mechanik, Strömungsmechanik und nichtlineare Dynamik miteinander verbindet. In seiner neuen Rolle an der TU Braunschweig plant er, zwei wesentliche Forschungsrichtungen zu verfolgen. Zum einen möchte er die Organisation von Chromatin im Zellkern und deren Einfluss auf die Genaktivierung und Zellidentität erforschen. Zum anderen liegt ein Fokus auf der Ausbreitung von Infektionen in Geweben sowie der Reaktion des Körpers darauf.

Mechanische Eigenschaften und Immunreaktionen

Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist die Untersuchung, wie mechanische Eigenschaften von Geweben die Genorganisation beeinflussen, insbesondere in Zeiten von Virusinfektionen. Hierbei ist das Verständnis von Entzündungsreaktionen von entscheidender Bedeutung. Goychuk möchte herausfinden, wie diese Reaktionen dazu beitragen können, die Ausbreitung von Infektionen zu verlangsamen.

Die Immunologie, als Teilbereich von Goychuks Forschung, beschäftigt sich primär mit den Abwehrmechanismen des Körpers gegen Infektionen. Der Körper ist ständigen Angriffen durch Mikroorganismen ausgesetzt, von denen viele pathogen sind. Dennoch erkranken die meisten Menschen selten ernsthaft. Die Forschung in diesem Bereich begann mit den Arbeiten von Edward Jenner, der 1796 die Pockenimpfung mit Kuhpocken entwickelte und somit das Fundament für die moderne Immunologie legte. Seine Entdeckung führte 1979 zur Ausrottung der Pocken durch die WHO, eine der größten Errungenschaften der Medizin.

Die Rolle aktiver RNA und polymerer Strukturen

In Goychuks Forschung spielt die aktive RNA-Synthese eine zentrale Rolle, wie zahlreiche Publikationen zeigen. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern hat er in der Studie mit dem Titel „Active RNA synthesis patterns nuclear condensates“ Neuigkeiten zur Rolle der RNA in nukleären Kondensaten veröffentlicht. Diese Arbeiten sind Teil einer größeren Untersuchung von RNA-Gradienten und deren Einfluss auf die Genorganisation, insbesondere in Bezug auf die Mechanismen von Promotoren und Enhancern.

Ein weiterer bedeutender Aspekt seiner Forschung ist die aktive Dynamik von Kondensaten und deren Auswirkungen auf die Polymerstruktur innerhalb von Zellen. Diese Erkenntnisse sind wesentlich für das Verständnis der genomischen Organisation und für die Entwicklung neuer Therapieansätze zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

Goychuks Engagement und seine Neugier, gepaart mit der himmelweiten Bandbreite an Fragestellungen, die in der Biophysik und Immunologie existieren, treiben ihn an. In seinem täglichen Arbeitsablauf beschäftigt er sich mit dem Skizzieren, Modellieren und Analysieren, um das Verständnis von Entzündungsprozessen und deren mechanischen Auswirkungen zu vertiefen.

Die Entwicklung neuer Impfstoffe und Therapien zur Bekämpfung von Infektionen ist nicht nur eine theoretische Fragestellung, sondern von zentraler Bedeutung in Goychuks Forschung. Pharmakologische Antworten auf Allergien, Autoimmunerkrankungen und andere Fehlregulationen des Immunsystems könnten das Ergebnis seiner anspruchsvollen Forschung sein und damit Perspektiven für zukünftige Ansätze eröffnen.