
Am 29. August 2025 wird Prof. Dr. Marc Hesenius an die Universität Hildesheim berufen, um die Position des Professors für Engineering Interactive Applications am Institut für Informatik zu übernehmen. Hesenius bringt umfassende Erfahrungen in den Bereichen Software Engineering und Mensch-Maschine-Interaktion mit. Dabei widmet sich seine Forschung insbesondere der Konstruktion und dem Verständnis von Mensch-Maschine-Interaktionen, die ein grundlegendes Element in der digitalen und industriellen Zukunft sind.
Ein zentrales Anliegen von Prof. Hesenius ist es, Software zu entwickeln, die individuelle menschliche Interaktionen realitätsnah simulieren kann. Hierbei erforscht er beispielsweise Gestensteuerungen auf Smartphones und berücksichtigt variierende Interaktionsweisen, wie etwa Wischgeschwindigkeit und Druck. Ziel ist es, eine einheitliche Bedienung über alle Nutzer hinweg zu gewährleisten, unabhängig von deren individuellen Merkmalen. Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie hilft, Variablen zu erfassen und abzubilden, die reale Testgruppen möglicherweise nicht vollständig abdecken können. Dies verdeutlicht die Brücke zwischen Mensch und Technologie, die Hesenius durch seine Forschung bauen möchte.
Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine
Die heutige Produktionslandschaft verlangt zunehmend nach einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Laut dem Fraunhofer IOSB fokussiert sich die Forschung auf Lösungen wie Cobots (kollaborative Roboter) und KI-basierte Anomalieerkennung, um die Qualitätssicherung in der Industrie zu verbessern. Dabei erfolgt die Interaktion überwiegend über graphische Benutzeroberflächen, was die Nutzerfreundlichkeit maßgeblich beeinflusst.
Neue Technologien wie Multi-Touch, Augmented Reality und Virtual Reality werden zunehmend integriert, um die Gebrauchstauglichkeit von Maschinen zu steigern und die Effizienz der Produktion zu verbessern. Die Nutzung intelligenter Komponenten führt zwar zu flexibleren Systemen, erhöht jedoch auch die erforderliche technische Komplexität. Ein zentrales Ziel bleibt die Reduzierung dieser Komplexität, da Nutzer maßgeschneiderte Ein- und Ausgabemethoden für spezifische Anwendungsfälle benötigen.
Visuelle Hilfsmittel und neue Interformatskonzepte
Ein bedeutendes Forschungsprojekt, das Prof. Hesenius in Zusammenarbeit mit der Universität Reykjavík realisiert, untersucht den Einsatz visueller Hilfsmittel zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Mensch und Computer. Diese Perspektive ist besonders relevant in Anwendungsbereichen wie Tabellenkalkulationsprogrammen, wo visuelle Elemente die Mensch-Maschine-Interaktion optimieren können. Erste Ergebnisse dieses Projekts wurden bereits auf der CHI-Konferenz präsentiert und zeigen das Potenzial der Integration visueller Elemente.
Die digitalen Herausforderungen, denen sich die Industrie gegenübersieht, erfordern adaptive Benutzerschnittstellen, die dynamische Maschinen- und Prozessinformationen klar und verständlich visualisieren. Dabei müssen die Informationen an unterschiedliche Benutzerbedürfnisse, Arbeitssituationen und physische Umgebungen angepasst werden. Diese adaptiven Schnittstellen zielen darauf ab, den Mehraufwand zur Bedienung technischer Systeme zu reduzieren und die Nutzererfahrung erheblich zu verbessern.
Prof. Dr. Marc Hesenius, der zudem ein erfolgreiches Start-up namens TamedAI gegründet hat, das ein Large Language Model entwickelt und vertreibt, plant die Einrichtung eines HCI-Labors an der Universität Hildesheim. Dieses Labor wird mit verschiedenen Endgeräten ausgestattet, um Studien- und Studierendenprojekte voranzutreiben. Aufgrund seiner vielseitigen Erfahrungen bietet Hesenius zudem seine Expertise als Mitglied im Hochschulbeirat der adesso SE an, wo er bei technologischen und software-technischen Herausforderungen berät.
In einer Welt, in der Technologie und Mensch zunehmend miteinander verknüpft sind, ist die Forschung von Prof. Hesenius sowohl für die akademische als auch für die industrielle Praxis von großer Relevanz. Diese Entwicklungen spiegeln nicht nur aktuelle Trends in der Mensch-Maschine-Interaktion wider, sondern eröffnen auch neue Perspektiven für zukünftige Anwendungen.