Die Geochemie, ein bedeutendes Teilgebiet der Chemie, beschäftigt sich mit dem stofflichen Aufbau, der Verteilung und dem Kreislauf von chemischen Elementen sowie deren Isotopen in verschiedenen geologischen Härten und den Umgebungen, in denen sie vorkommen. Dies umfasst Mineralien, Gesteine, Böden, Wasser sowie die Erdatmosphäre und Biosphäre. Wissenschaft.de erklärt, dass Geochemie eine Verbindung zwischen Geologie und Chemie darstellt und ihre Wurzeln bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreicht.
Am 25.03.2026 wurde Prof. Dr. Oliver Nebel als neuer Professor für Geochemie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) vorgestellt. GEOMAR berichtet, dass Nebel, der aus Hamm in Westfalen stammt, Geowissenschaften in Münster studierte und dort promovierte. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Nachwuchswissenschaftler in Amsterdam lebte und arbeitete er über zwei Jahrzehnte in Australien. Dort war er zunächst in Canberra tätig, bevor er als Associate Professor an der Monash University in Melbourne das Monash Isotopia Laboratory für Isotopenanalysen gründete.
Forschungsinteressen und Ziele
Der neue Professor hat einen klaren Fokus auf die Verbindung von Gestein und Ozeanen. Nebel, der seit November 2022 eine Heisenberg-Professur für Magmatische Geochemie an der CAU innehat, plant eine umfassende Schiffsexpedition mit dem deutschen Forschungsschiff SONNE. Ziel dieser Expedition ist es, den vulkanischen Meeresboden des Pazifiks zu beproben, um Erkenntnisse über geologische Prozesse zu gewinnen.
Aktuell ist Nebel mit einem internationalen Team auf einer vulkanischen Insel im zentralen Pazifik tätig, wo er die Entstehung von Magma im Erdinneren untersucht. Dabei erforscht er die Rolle von Wasser, das in den Erdmantel gelangt, und dessen Einfluss auf explosive Vulkane. Dies ist besonders bedeutend, da das Verständnis dieser Prozesse aufschlussreiche Informationen über die Geschichte der Kontinente und deren Entstehung aus dem Wasser liefern kann.
Methoden und Technologien
Nebels Forschung nutzt hochpräzise Messmethoden zur Analyse von Isotopen und zur Rekonstruktion geologischer Prozesse. Diese schließen den Einsatz radiogener Isotope ein, die eine präzise Datierung von Gesteinen ermöglichen. Darüber hinaus verwendet er empfindliche Massenspektrometer und Reinstraumlabore am GEOMAR.
In der modernen Geochemie sind verschiedene Analysemethoden unerlässlich. Dazu gehören unter anderem Ionenaustauschchromatographie, ICP-OES für Spurenelemente sowie ICP-MS für Ultraspurenelemente und Isotopenmessungen. Diese Technologien bilden die Grundlage für detaillierte geochemische Analysen und sind Teil des Lehrplans in geowissenschaftlichen Bachelor-Studiengängen. Vertiefende Kenntnisse sind in Master-Studiengängen verfügbar, die sich speziell mit Geomaterialien und Geochemie befassen.
In Bezug auf die deutsche Hochschulpolitik wird Geochemie als Kleines Fach eingestuft, was ihre Bedeutung in der akademischen Landschaft unterstreicht. Nebel schätzt die Arbeitsbedingungen im Verbund von Universität und Helmholtz-Zentrum und sieht hierin große Chancen für multidisziplinäre Forschung.
Mit der Verbindung von Forschung, Lehre und modernster Technik wird Nebel die Geochemie und deren Zusammenhang mit den Ozeanen weiter vorantreiben und wichtige Erkenntnisse zur Evolution der Erde liefern.



