Marco Konersmann ist seit dem 13. Februar 2026 Professor für Softwaretechnik an der FernUniversität in Hagen. Mit seiner Ernennung übernimmt er eine Schlüsselposition, in der er seine Leidenschaft für Softwareentwicklung mit einem klaren Fokus auf praktischen Nutzen und menschzentrierte Ansätze verbindet. Schon in jungen Jahren, als ihm der erste Computer seiner Eltern vorgestellt wurde, wuchs seine Begeisterung für die digitale Welt. Mit nur zehn Jahren programmierte er sein erstes Text-Adventure, was den Grundstein für seine späteren akademischen und beruflichen Entscheidungen legte.
Konersmann hebt die Bedeutung von Softwaretests hervor und bezieht sich dabei auf eigene Erfahrungen mit Softwarefehlern, die er frühzeitig gemacht hat. Diese Lehrmeinung ist ein zentraler Aspekt seines künftigen Engagements an der FernUniversität, wo er das Lehrgebiet Softwaretechnik leitet. Zuvor war er von 2024 bis 2026 in der Wirtschaft tätig, insbesondere bei einem großen Energiedienstleister in Essen. Zuvor arbeitete er als Postdoc an der RWTH Aachen und der Universität Koblenz-Landau.
Studierendenschaft und Praxisbezug
Ein weiterer wichtiger Punkt für Konersmann ist die besondere Studierendenschaft der FernUniversität. Viele Studierende sind bereits berufstätig und bringen praktische Erfahrungen mit, die er als wertvolle Ressource für die Studienangebote ansieht. Er betont die Notwendigkeit, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen, um qualitativ hochwertige Software zu entwickeln. Laut dem Spruch von Marc Andreessen, „Software is eating the world“, wird deutlich, dass Software in nahezu allen Lebensbereichen präsent ist, von Smartwatches bis zur Verkehrsplanung.
Seine Forschungsinteressen umfassen Informationssysteme und cyberphysische Produktionssysteme. Konersmann ist aktiv daran beteiligt, Forschungssoftware zu entwickeln, die Wissenschaftler:innen in verschiedenen Disziplinen unterstützen soll. In seiner Rolle als Professor fördert er den Austausch und die Diskussion unter seinen Studierenden und hält es für essenziell, die Perspektiven der Nutzer:innen in den Entwicklungsprozess einzubeziehen, besonders in einer Zeit, in der Technologien wie LLMs immer präsenter werden.
Software Engineering in Deutschland
Software Engineering hat sich in den letzten Jahren zu einer eigenständigen Disziplin entwickelt, die an vielen Hochschulen als Bachelor- oder Masterstudium angeboten wird. An der FAU wird Software Engineering im allgemeinen Informatikstudiengang des Fachbereichs Informatik gelehrt und in andere Fachbereiche exportiert. Hierzu gehört eine Vielzahl von Themen, die von grundlegenden Informatikkenntnissen bis hin zu fortgeschrittenen Methoden der Softwaretechnik reichen.
Typischerweise umfasst das Studium grundlegende Fächer wie Mathematik und Programmierung sowie spezialisierte Bereiche wie Softwareprojektmanagement und agile Entwicklung. Die Regelstudienzeit für Bachelor-Studiengänge liegt bei sechs bis acht Semestern, wobei Studierende zwischen verschiedenen Studienmodellen wie Vollzeit, berufsbegleitend oder dualen Studiengängen wählen können.
Im Rahmen des Studiums wird ein praxisbezogener Ansatz gefördert, sodass Studierende oft bereits im fünften Semester praktische Erfahrungen durch Praktika in der IT-Branche sammeln können. Die Vertiefung in aktuelle Themen wie Internet of Things, Big Data und Cloud Computing zeigt die Relevanz und Anpassungsfähigkeit des Studiengangs an die sich schnell verändernde digitale Landschaft.
Mit den Schwerpunkten auf Embedded Programmierung, Künstliche Intelligenz und digitale Geschäftsmodelle wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben, sich in zukunftsträchtigen Bereichen weiterzuentwickeln.
In seiner Freizeit ist Konersmann ebenfalls engagiert: Er entwickelt Software für seine Familie, darunter eine App zur Erinnerung an Bücherei-Fristen. Zudem ist er sportlich aktiv und erkennt die Bedeutung von Begegnungen im Sport für den Austausch mit verschiedenen Menschen.