Am 21. Februar 2026 wurde Prof. Dr. Bojana Kunst zur neuen Präsidentin der Hessischen Theaterakademie (HTA) gewählt. Damit folgt sie auf Prof. Ingo Diehl, der die Akademie seit 2018 geleitet hat. Prof. Kunst ist Professorin für Tanzwissenschaft mit dem Schwerpunkt Choreographie und Performance an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und übernimmt nun eine zentrale Rolle in der Theaterlandschaft Hessens. Ihre Wahl unterstreicht das Bestreben der HTA, die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Ausbildung künstlerischer Berufe zu fördern. Dies berichtet die Universität Gießen.
Die Hessische Theaterakademie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und wird finanziell vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt. Sie baut ein Netzwerk zwischen verschiedenen Stadt- und Staatstheatern in Hessen und fünf hessischen Hochschulen auf. Ziel der HTA ist es, eine bessere Verzahnung zwischen interdisziplinärer Ausbildung und professionellem Schaffen in Theater, Musiktheater, Tanz und Performance zu erreichen.
Weichenstellung für eine neue Ära
Prof. Kunst ist seit 2012 die Leiterin des Masterstudiengangs Choreographie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der JLU. Ihre akademische Karriere begann mit einem Studium der Philosophie, das sie an der Universität Ljubljana absolvierte. 2003 habilitierte sie sich an der Universität Primorska in Slowenien. Ihre Forschungsinteressen umfassen zeitgenössische Performance, Theater und Tanz, insbesondere seit dem späten 20. Jahrhundert.
Die neue Präsidentin plant, den institutionsübergreifenden Austausch zu stärken sowie die gemeinsame Gestaltung von Ausbildungs- und Forschungsstrukturen zu fördern. Dies könnte eine entscheidende Rolle dabei spielen, innovative Ansätze in der Theaterausbildung zu entwickeln und die Attraktivität der künstlerischen Berufe zu erhöhen.
Akademische und praktische Förderung
Zusätzlich zur Neubesetzung der Präsidentschaft bietet die Hessische Theaterakademie verschiedene Programme, die sich an Künstler_innen und Kulturschaffende aus verschiedenen Bereichen richten. Die Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel beispielsweise führt acht Module durch, die sowohl in Präsenz als auch online angeboten werden. Die Themen reichen von Theorien der (kulturellen) Bildung über das Schreiben von Finanzierungsplänen bis zur Evaluation.
Interessierte können sich auf eine breite Palette an Inhalten freuen, die Einführung und Vertiefung in (kulturelle) Bildung sowohl in Theorie als auch Praxis beinhaltet. Künstler_innen aus Bereichen wie Architektur, Bildende Kunst, Musik und Darstellenden Künsten sind eingeladen, an diesen Kursen teilnehmen. Die Kosten belaufen sich auf 900 € und enthalten Übernachtung sowie Verpflegung. Alternativ kann auch pro Modul gezahlt werden.
Das Engagement der HTA und ihrer neuen Präsidentschaft bietet vielversprechende Perspektiven für die Zukunft der performativen Künste in Hessen und darüber hinaus. Weitere Informationen über die Kurse und Veranstaltungen sind auf der Webseite der Hessischen Theaterakademie zu finden, sowie auf der Seite der Darstellenden Künste.