Am 10. Februar 2026 wurde ein 150-Tonnen-Kran eingesetzt, um eine neue Holzpelletanlage in den Anbau des Heizwerks an der Emil-Figge-Straße 71 in Dortmund zu heben. Dieses Projekt ist Teil der Bemühungen der Universität Dortmund, nachhaltige Wärmeversorgung zu implementieren und die CO2-Emissionen signifikant zu reduzieren. Der Anbau selbst wurde vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) errichtet und wird ab Spätsommer 2026 in Betrieb genommen, um rechtzeitig zur Heizperiode im Herbst bereit zu sein.

Die Holzpelletanlage hat eine Feuerungswärmeleistung von 2 MW und wird einen wesentlichen Teil des Wärmbedarfs des Campus für Heizung und Warmwasser decken. An einem Drittel der Tage im Jahr wird die Anlage allein den Gesamtwärmebedarf decken. An kälteren Tagen wird sie durch die Nutzung von drei Gaskesseln und drei Blockheizkraftwerken ergänzt. Die Holzpellets, die aus naturbelassenen Sägeabfällen wie Sägemehl und Hobelspänen bestehen, tragen zur Verbesserung der CO2-Bilanzen bei, da sie die CO2-Emissionen und den Primärenergieeinsatz im Vergleich zur herkömmlichen Gasverbrennung deutlich optimieren.

Ökologische Ziele und Gesetzgebung

Die Universität Dortmund setzt mit der neuen Holzpelletanlage wichtige Maßstäbe in der nachhaltigen Wärmeversorgung und erfüllt die Zielwerte des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für Neubauten. Gleichzeitig wird eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 1,65 MWp an der Emil-Figge-Straße errichtet, die voraussichtlich etwa fünf Prozent des Eigenbedarfs an Strom decken soll. Ein Batteriespeicher wird die überschüssige Energie speichern, die erzeugt wird, wenn mehr Strom produziert wird als konsumiert.

Im Kontext von Klimaschutz und CO2-Speicherung untermauert das Umweltbundesamt die Wichtigkeit einer nachhaltigen und naturnahen Bewirtschaftung von Wäldern. Zwei zentrale Herausforderungen sind festgelegt: die Stärkung der Wälder als Kohlenstoffsenke, gemäß den Zielen des Bundes-Klimaschutzgesetzes, und die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber Klimawandel. Bis 2030 sollen mindestens 25 Millionen Tonnen CO2 gespeichert werden, bis 2035 sind es mindestens 35 Millionen und bis 2045 mindestens 40 Millionen Tonnen.

Nachhaltige Forstwirtschaft und Holzprodukte

Die Speicherung von CO2 in Ökosystemen wie Wäldern, Mooren und Grünflächen ist gesetzlich vorgeschrieben und wird oft durch Maßnahmen wie naturnahe Waldbewirtschaftung und Waldumbau mit hohem Struktur- und Artenreichtum unterstützt. Zudem wird die Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten als besonders wichtig erachtet. Es wird empfohlen, Holz zunächst stofflich als Baustoff zu nutzen, bevor es später, als Altholz, zur Wärmegewinnung in geeigneten Kraftwerken verwendet wird.

Die Entstehung der Holzpelletanlage an der Universität Dortmund spiegelt diese Herausforderung wider. Der Aufbau der Photovoltaikanlage wird im Sommer beginnen, da die archäologischen Voruntersuchungen auf der 14.000 Quadratmeter großen Freifläche bereits abgeschlossen sind. Gleichzeitig beginnen Vorplanungen für eine Windkraftanlage auf einem Feld am Campus Süd. Ein etwa 110 Meter hohes Windrad könnte voraussichtlich jährlich 10.000 MWh erzeugen, was bis zu 25 Prozent des Strombedarfs der TU Dortmund decken soll.