Die Universität Paderborn und die „Qualität in Kitas Onlineakademie GmbH“ haben das neue hessische Kompetenzzentrum „Kinder.Sprachen.Zukunft“ gegründet, um die sprachliche Bildung und Förderung in der frühen Kindheit zu stärken. Hessische Sozialministerin Heike Hofmann überreichte bereits die Bescheide für die erste Projektphase, die bis zu 4,2 Millionen Euro bis Ende 2028 umfassen wird. Die anfängliche Förderung von 200.000 Euro wird von der Landesregierung für die Phase von Februar bis April 2026 bereitgestellt, wie Hessen.de berichtet.

Das Kompetenzzentrum mit Sitz in Wiesbaden hat das Ziel, Wissen über sprachliche Bildung zu bündeln und als Grundlage für Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen, Träger, Fachberatungen und Familien zu dienen. Eine landesweite Auftaktveranstaltung ist für Juni geplant, nach einer intensiven Aufbau- und Konzeptionierungsphase. Die akademische Leitung obliegt Prof. Dr. Timm Albers von der Universität Paderborn, der gemeinsam mit Marion Lepold das Konsortium leitet, das sich bereits im Bereich der frühkindlichen Sprachbildung etabliert hat.

Fokus auf Sprachbildung

Die Entwicklung eines praxisorientierten Gesamtkonzepts für Hessen erfolgt auf Basis des Bildungs- und Erziehungsplans (BEP) für Kinder von 0 bis 10 Jahren. Dabei werden aktuelle Erkenntnisse zur frühen Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Inklusion einbezogen. Das Angebot richtet sich an Kindertageseinrichtungen, Fachberatungen, Träger und Eltern, um sicherzustellen, dass alle Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft oder sozialen Bedingungen, eine Chance auf eine erfolgreiche Bildungsbiografie erhalten.

Die Integration und Förderung von Sprachkompetenzen sind zentrale Themen der Integrationspolitik. Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Sprachkenntnissen und Bildungserfolg, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen aus eingewanderten Familien, die oft Schwierigkeiten in der Schule haben. Ein großer Teil dieser Kinder wächst mit einer anderen Sprache auf, was die Notwendigkeit einer frühzeitigen Sprachförderung unterstreicht. Die Integrationsbeauftragte hebt hervor, dass verbesserte Deutschkenntnisse die Bildungs- und Teilhabechancen erheblich steigern können.

Zusammenarbeit für den Erfolg

Durch das Kompetenzzentrum „Kinder.Sprachen.Zukunft“ entsteht eine zentrale digitale Plattform, die Materialien, einen KI-gestützten Beratungs-Chatbot und mehrsprachige Informationsangebote für Familien bereitstellt. Zudem werden Sprachcoaches als Ansprechpartner vor Ort agieren, um eine persönliche Beratung und Unterstützung zu gewährleisten. Die Kombination aus Beratung, Fortbildung, digitalen Angeboten und Vernetzungsformaten soll die Fachkräfte in ihren Aufgaben unterstützen und die Qualität der Sprachbildung in Hessen sichern. Diese integrativen Maßnahmen sind entscheidend, um Chancengerechtigkeit insbesondere für Kinder aus sozial benachteiligten Familien zu fördern und die sprachliche Bildung in den ersten Lebensjahren zu optimieren.