Bayern sieht sich gegenwärtig einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Neben dem drängenden Thema des Klimawandels sind auch der Wohnraummangel und der Flächenverbrauch von zentraler Bedeutung. In diesem Kontext plant die Bayerische Staatsregierung eine Neubewertung ihres Landesentwicklungsprogramms (LEP), das ökologische, ökonomische und soziale Belange integrieren soll. KU berichtet, dass eine Initiative mit dem Titel „Wege zum besseren LEP“ ins Leben gerufen wurde, um einen Neustart anzugehen. Ziel ist, das LEP als Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Freistaat, den Regionen, den Kommunen und der Zivilgesellschaft neu zu gestalten.

Die Initiative wird von einem Bündnis aus Fachorganisationen, Berufsverbänden sowie Akteuren aus Planung und Umweltschutz getragen. An vorderster Front steht das Forum Bayern der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gesellschaft (ALR), vertreten durch Prof. Dr. Hans-Martin Zademach, der an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt lehrt. Zademach plädiert für ein neues Raumkonzept, das den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen besser gerecht wird. BBSR hebt hervor, dass der Klimawandel sich bereits durch Extremwetterereignisse und deren negativen Auswirkungen auf Ökosysteme und kommunale Infrastrukturen bemerkbar macht.

Ein offener Planungsprozess

Die Initiative wünscht sich einen transparenten Planungsprozess, der es ermöglicht, Wissen zu bündeln und verschiedene Akteure miteinander zu vernetzen. Die bayerische Kulturlandschaft soll künftig stärker im Mittelpunkt der Planungen stehen. Ideen dieser Initiative werden in einem Memorandum und einer Videoreihe mit dem Titel „Wir kennen Bayern, wir können Zukunft“ präsentiert. In neun Videos werden mögliche positive Veränderungen bis 2040 visualisiert, vorausgesetzt, die aktuellen Weichen werden jetzt in die richtige Richtung gestellt.

Die Kampagne richtet sich nicht nur an politische Entscheidungsträger, sondern auch an die breite Öffentlichkeit. Ziel ist, eine aktive Beteiligung an der Gestaltung der Landesentwicklung zu fördern. Dieses Vorhaben wird auch im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ unterstützt. Dieses Programm, das 2020 ins Leben gerufen wurde, bindet aktuell über 300 Projekte ein, die ein Gesamtvolumen von über 500 Millionen Euro umfassen. Diese Initiativen zielen darauf ab, die Resilienz der Kommunen gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken.

Vielfalt der geförderten Projekte

Die Vielfalt der geförderten Projekte spiegelt die unterschiedlichen Ansätze der Kommunen wider. Hier einige Beispielprojekte:

  • Frischer Wind im Wrangelkiez, Berlin
  • Vernetzung von Grünstrukturen, Stadt Biberach
  • Klimaresilienter Rosengarten, Stadt Bielefeld
  • Frischluft für Calw, Stadt Calw
  • Urbaner Wald über der U-Bahn, Stadt Düsseldorf
  • Regenwassernutzung im historischen Park, Stadt Düsseldorf
  • Ein Park für alle im Stadtteil Hochheide, Stadt Duisburg
  • Hauptverkehrsader Erfurts wird grün, Stadt Erfurt
  • Naturbasierte Lösungen im Cheltenhampark, Stadt Göttingen
  • Klimaresilienter Umbau eines Stadtparks, Stadt Hamburg
  • Ein Parkhaus mit Dachgarten, Stadt Hannover
  • Klimaoase auf historischem Grund, Stadt Ingolstadt
  • Klimaanpassung im Englischen Landschaftsgarten, Stadt Jever
  • Klärung im Kreislauf statt Eutrophierung, Gemeinde Kißlegg
  • Klimaresilienter Verkehrsraum in Koblenz-Rauental, Stadt Koblenz
  • Wasser neu denken – Wohngebiet wird Schwammstadt, Stadt Leichlingen
  • Interkommunale Klimavorsorge, Metropolregion Niederkassel – Troisdorf – Köln
  • Retentionsraum für ein neues Quartier, Stadt Nürnberg
  • Der Schussenpark – Frischer Wind für Ravensburg, Stadt Ravensburg
  • Hausbäume für Saarlouis, Stadt Saarlouis
  • Erstes klimaneutrales Naturbad Deutschlands, Stadt Winsen (Luhe)

Diese vielfältigen Ansätze und die wissenschaftliche Begleitung durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung unterstreichen die Wichtigkeit der Kooperation zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Nur durch solche gemeinsamen Anstrengungen kann die bayerische Gesellschaft den aktuellen Herausforderungen entgegenwirken und nachhaltige Lösungen für die Zukunft finden.