Am 5. März 2026 wurde an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF in Potsdam das „Zentrum Jüdischer Film & Audiovisuelles Erinnern (ZJF&AE)“ eröffnet. Die Einrichtung, die als erstes ihrer Art in Deutschland gilt, strebt an, ein inter- und transdisziplinäres Forschungs- und Transferzentrum zu sein. Es zielt darauf ab, die jüdische Filmgeschichte und das audiovisuelle Gedächtnis in seiner ganzen Vielfalt zu dokumentieren und zu erforschen. Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und Staatssekretär Tobias Dünow nahmen an der Eröffnungsfeier teil und würdigten die Bedeutung des Zentrums.

Brandenburgs Kulturministerin Schüle bezeichnete das Zentrum als „Meilenstein“, der nicht nur für Brandenburg, sondern auch für die internationale Forschungs- und Erinnerungslandschaft von großer Bedeutung ist. Die Einrichtung fokussiert sich auf drei zentrale Themenfelder: Jüdische Filmforschung, Audiovisuelle Erinnerung sowie Antisemitismus und Film. Dabei zielt das Zentrum darauf ab, konkrete Formate für (Weiter-)Bildung und öffentlichen Dialog zu entwickeln.

Forschungsarbeit und Struktur

Die wissenschaftliche Leitung des Zentrums wurde Prof. Dr. Lea Wohl von Haselberg anvertraut, die eine zentrale Rolle im Auf- und Ausbau der Einrichtung spielt. Sie betont die Notwendigkeit, Forschungslücken zu schließen und eine autonome Perspektive innerhalb der jüdischen Filmforschung zu fördern. Prof. Dr. Daniela Schlütz, Prof. Dr. Chris Wahl und Prof. Dr. Björn Stockleben ergänzen das Führungsteam als Gründungsprofessoren.

Das Zentrum ist nicht nur eine Plattform für zeitgenössische Fragen, sondern auch eine wichtige Anlaufstelle für kritische Erinnerungsarbeit, die als essenziell für die Resilienz einer demokratischen Gesellschaft betrachtet wird. Die Filmuniversität selbst, bekannt für ihre künstlerischen und wissenschaftlichen Studiengänge, wird durch Landes- und Drittmittel unterstützt. In diesem Jahr erhält die Hochschule rund 22,5 Millionen Euro vom Wissenschaftsministerium.

Gesellschaftlicher Dialog und Sichtbarkeit

Professorin Stürmer, Präsidentin der Filmuniversität, hebt die Rolle der Hochschule hervor, fundierte Beiträge zum gesellschaftlichen Diskurs zu leisten und Debatten im öffentlichen, politischen und medialen Raum zu versachlichen. Die Eröffnung des Zentrums kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Diskurse über filmische und mediale Erinnerungsformen über den Holocaust hinausgeführt werden. Das ZJF&AE versteht sich als eine Plattform, die multisensorische Erfahrungen bietet, um jüdisches Leben in seiner Vielfalt und Selbstverständlichkeit sichtbar zu machen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das „Zentrum Jüdischer Film & Audiovisuelles Erinnern“ einen bedeutenden Schritt in der Vermittlung jüdischer Kultur und Geschichte darstellt. Mit einem klaren Fokus auf Forschung, Bildung und den interdisziplinären Austausch wird es ein wichtiger Akteur im Bereich der filmischen Erinnerung und der Auseinandersetzung mit Antisemitismus sein.