Am 16. Februar 2026 fand die Grundsteinlegung für den neuen Physik-Neubau an der Technischen Universität Braunschweig statt. Die Veranstaltung wurde von prominenten Gästen wie Präsidentin Angela Ittel, Wissenschaftsminister Falko Mohrs und Wissenschaftsdezernentin Anja Hesse begleitet. Mit einem Investitionsvolumen von 72,4 Millionen Euro soll der Neubau optimale Bedingungen für Forschung und Lehre am Campus Ost schaffen. Solche Initiativen zeugen von der fortwährenden Entwicklung der Universität und ihrem Engagement in der Forschung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Universität ist die Kommunikationsinitiative „Gemeinsam Wissen Schafft Mehr“. Diese Initiative hat das Ziel, die Forschung der TU Braunschweig stärker in die Öffentlichkeit zu bringen und stellt hierbei sechs Professor*innen in den Mittelpunkt, die sich mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen.
Innovationen in der Medizin
Während die TU Braunschweig auf verschiedene neue Projekte hinweist, ist im Bereich der Neurotechnologie ein bemerkenswerter Fortschritt zu verzeichnen. Neuralink, ein Unternehmen, das von Elon Musk gegründet wurde, hat kürzlich einen drahtlosen Gehirn-Computerchip bei einem Patienten implantiert. Dieser Eingriff fand am Sonntag statt und der Patient, der an Tetraplegie leidet, erholt sich gut. Das Implantat verfügt über 1.024 Elektroden, die mit dem Gehirn verbunden sind und ermöglichen, Geräte wie Smartphones durch Gedanken zu steuern. Dieser Fortschritt könnte Menschen mit Lähmungen die Kontrolle über technische Geräte erleichtern und signifikante Verbesserung ihrer Lebensqualität bieten, auch wenn es Monate dauern kann, bis Patienten die Technologie instinctiv nutzen können.
Die США-Arzneimittelbehörde FDA hatte bereits im Jahr 2022 eine erste Studie mit dem Implantat genehmigt, nachdem ursprüngliche Anträge abgelehnt wurden. Es ist geplant, diese Technologie langfristig auszubauen und Menschen mit schwerwiegenden neurologischen Einschränkungen zu unterstützen. Neuralink sieht in der Verbindung von menschlicher Kognition mit künstlicher Intelligenz eine visionäre Perspektive, während gleichzeitig ethische und technische Herausforderungen berücksichtigt werden müssen.
Bereits mehrere Implantationen sind im Rahmen der PRIME-Studie erfolgt, mit dem Ziel, bis Ende 2025 insgesamt 20 Implantate zu setzen. Zweifellos ist das Implantat von Neuralink eines der komplexesten und könnte aufgrund seiner neuartigen Technologie einen bedeutenden Durchbruch im Bereich der Hirn-Computer-Schnittstellen darstellen. Dennoch bleibt die Langzeitstabilität der Implantate eine zentrale Herausforderung.
- Neuralink hat mehrere Konkurrenten, darunter Precision Neuroscience und Synchron.
- Die Technologien sind bekannt, aber erstmals in einem Gerät vereint.
- Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Tierversuche müssen ernst genommen werden.
Forschung und Bildung an der TU Braunschweig
Zu den weiteren Entwicklungen an der TU Braunschweig zählt die Veranstaltung einer Sprechstunde der Präsidentin am 26. Februar, bei der Interessierte die Möglichkeit haben, ihre Anliegen persönlich zu erörtern. Anmeldungen werden bis zum 24. Februar entgegengenommen.
Die Universität ist auch aktiv in der Alzheimer-Forschung tätig. Im Rahmen des Projekts Ing4Life wurden innovative Mini-Labore auf einem Chip entwickelt, die am Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS) zur Diagnose und Erforschung altersbedingter Gehirnerkrankungen beitragen sollen. Zusätzliche Projekte, wie die Effizienzsteigerung für Flüssigwasserstoff im Rahmen des TOWEWA-Projekts, verdeutlichen die Vielfalt der Forschungsinitiativen.
Die TU Braunschweig hat darüber hinaus eine Netzwerktagung der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgerichtet, an der über 100 Nachwuchs-Spitzenforscher*innen aus der ganzen Welt teilnahmen. Diese und andere Veranstaltungen zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs zeigen deutlich, wie wichtig die Universität als Forschungsstandort ist.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sowohl an der TU Braunschweig als auch im Bereich der Neurotechnologie bedeutende Fortschritte erzielt worden sind. Die Verknüpfung von Forschung und praktischen Anwendungen ist entscheidend, um die Lebensqualität vieler zu verbessern und weiterführende wissenschaftliche Fragen zu klären.