Am 5. März 2026 fand an der Exzellenzuniversität Bonn die Tagung WITA 2026 statt, die einen transdisziplinären Ansatz verfolgt und wissenschaftliche Expertise mit landwirtschaftlicher Praxis sowie gesellschaftlichen Debatten verbindet. Die Veranstaltung verdeutlicht die zunehmende Bedeutung der Forschung im Bereich der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft, die mit einem ganzheitlichen Konzept versucht, den Herausforderungen der modernen Agrarlandschaft zu begegnen. Die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen, Silke Gorißen, betonte die Unterstützung des Öko-Landbaus durch die Landesregierung, die im vergangenen Jahr 22 Millionen Euro an Öko-Flächenprämien bereitstellte, um die Entwicklung in diesem Bereich zu fördern.

Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, hebt die Dringlichkeit der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft hervor. „Die WITA 2026 zielt darauf ab, Zielkonflikte im Ökolandbau offen zu besprechen und Lösungen für Landwirtschaft und Verbraucher zu entwickeln“, erklärte er. Diese Initiative ist Teil eines größeren Forschungsansatzes, der darauf abzielt, Wissenslücken zu schließen und die Effizienz des Ökolandbaus zu steigern, um die Transformation des Agrar- und Ernährungssystems voranzutreiben.

Umfassendes wissenschaftliches Programm

Das wissenschaftliche Programm der Tagung umfasste rund 150 Vorträge, 70 Poster und 20 Workshops. Die Themen reichten von Agroforstwirtschaft über Stickstoffversorgung bis hin zu Tierwohl sowie sozialen und ökonomischen Perspektiven des Ökolandbaus. Besondere Aufmerksamkeit erhielten Keynote-Vorträge von Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein und Prof. Dr. Matin Qaim, die die Biodiversität in Agrarökosystemen und die Rolle des Ökolandbaus im globalen Kontext thematisierten. Diese Vorträge verdeutlichten, wie Widersprüche im Ökolandbau als Motor für Erkenntnis und Fortschritt dienen können.

Ein zentrales Anliegen der WITA 2026 ist es, die Belastungsgrenzen der Natur zu berücksichtigen und geschlossene Nährstoffkreisläufe zu fördern. Die tagungsbegleitende Forschung soll dazu beitragen, die Abhängigkeit von externen Betriebsmitteln zu reduzieren und Innovationen in der Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln voranzubringen. Um diese Ziele zu erreichen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren erforderlich, sei es aus der Wissenschaft, Wirtschaft oder Landwirtschaft.

Initiativen und Forschungsmöglichkeiten

Ein wichtiger Bestandteil der Forschung für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft ist das Kompetenzteam Forschung Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft (KT FÖLL). Dieses Gremium wurde im Rahmen der Bio-Strategie 2030 eingerichtet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, aktuelle Forschungsbedarfe zu diskutieren und Empfehlungen für einen effektiven Wissenstransfer in die Praxis zu erarbeiten. In einem partizipativen Prozess haben Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Beratung sowie 120 Teilnehmer und 60 Experten konkrete Vorschläge unterbreitet, um die Innovationskraft der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft zu stärken.

Das BMLEH fördert die Forschung in diesem Bereich und unterstützt initiativen, die auf eine ressourcenschonende, umweltverträgliche und nachhaltige Entwicklung abzielen. Zu den wichtigsten Forschungsbereichen gehören Anbausysteme, Lebensmittelverarbeitung, Biodiversität, Ackerbausysteme und spezifische Tierhaltungsformen wie Geflügel und Schweine. Die ganzheitliche Ausrichtung der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft spielt eine zentrale Rolle in der Transformation zu einem nachhaltigeren Agrar- und Ernährungssystem.

Während die Herausforderungen im Bereich Schutz von Böden, Wasser, Umwelt und Klima zunehmen, bleibt die Stärkung der Biodiversität und die Gewährleistung einer sicheren, gesunden sowie bezahlbaren Lebensmittelversorgung ein zentrales Anliegen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist der Ausbau der Öko-Forschung unerlässlich, um die Resilienz der Land- und Lebensmittelwirtschaft gegenüber zukünftigen Krisen zu erhöhen und wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen.

Die Tagung WITA 2026 unterstreicht somit die entscheidende Rolle, die die Forschung im Ökolandbau spielt, und zeigt, wie durch interdisziplinäre Ansätze und enge Kooperationen innovative Lösungsansätze zur Bewältigung der Herausforderungen in der Landwirtschaft entwickelt werden können. Weitere Informationen sind verfügbar unter Universität Bonn, BMLEH und Ökolandbau.