Ernährungssysteme spielen eine Schlüsselrolle für die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt. Dies verdeutlichte die hybride Veranstaltung „One Health und Ernährung im Wandel“, die kürzlich an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) stattfand. Organisiert von verschiedenen Institutionen wie der NLGA, LAVES und TiHo, versammelten sich rund 440 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Praxis. Der Fokus der Diskussionen lag auf der Notwendigkeit, nachhaltige und widerstandsfähige Ernährungssysteme zu entwickeln, die den One Health Ansatz in den Mittelpunkt stellen.

Als zentraler Aspekt dieses Ansatzes gilt die gleichzeitige Betrachtung der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt. Der One Health-Ansatz zeigt, wie eng die Bereiche Gesundheit, Ernährung und ökologisches Gleichgewicht miteinander verwoben sind. In einer Zeit, in der neue Konsumgewohnheiten, technologische Innovationen und ökologische Herausforderungen die Ernährungssysteme kontinuierlich verändern, wird eine transdisziplinäre Zusammenarbeit unerlässlich. Die Universität Vechta [mynewsdesk.com] hebt hervor, dass Innovationen in Produktion, Verarbeitung und Konsum entscheidend sind für den Schutz dieser drei Bereiche.

Die Bedeutung der Zusammenarbeit

In diesem Zusammenhang spricht das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) von einem integrativen Verständnis der Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier, Pflanze und Ökosystem. Die Stärkung der Interdisziplinarität ist eines der Hauptziele des Ministeriums. Maßnahmen umfassen die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, die Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und die Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken. Diese Maßnahmen sind besonders relevant, um Herausforderungen wie antimikrobielle Resistenzen und die Auswirkungen von Zoonosen zu begegnen, die während der COVID-19-Pandemie stärker in den Fokus gerückt sind [bmleh.de].

Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche und tierübertragene Infektionen zeigen eindrücklich, wie wichtig die Kooperation zwischen Human- und Veterinärmedizin ist. Durch neue Methoden wie integrierte genomische Surveillance können Prävention und Reaktion auf solche Ausbrüche deutlich verbessert werden. Der Austausch zwischen den verschiedenen Sektoren ist daher nicht nur wünschenswert, sondern notwendig, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Der One Health-Ansatz im internationalen Kontext

Der One Health-Ansatz gewinnt auch auf internationaler Ebene zunehmend an Bedeutung. Organisationen wie FAO, WOAH, UNEP und WHO haben 2021 das One Health High Level Expert Panel gegründet, um diesen Ansatz in globalen Gesundheitsstrategien zu verankern. Deren Ziel ist es, die enge Verbindung zwischen der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie der Umwelt zu verdeutlichen und die Umsetzung dieses integrativen Konzepts zu fördern [bmftr.bund.de].

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Wandel der Ernährungssysteme nicht nur eine Chance zur Krankheitsprävention bietet, sondern auch ein notwendiger Schritt zur Reduzierung von Umweltbelastungen darstellt. Mit einem klaren Fokus auf One Health kann eine nachhaltige und gesunde Zukunft für alle Lebensbereiche gestaltet werden.