Eine jüngste Studie von Forschenden der Universität Duisburg-Essen zeigt, dass Parasiten wertvolle Indikatoren für Umweltbelastungen in marinen Ökosystemen darstellen können. Diese Forschung, veröffentlicht am 23. Februar 2026, untersucht Spurenelemente wie Cadmium, Arsen, Blei, Zink und Eisen in Schweinswalen sowie deren parasitären Würmern, den Helminthen. Der Fokus lag dabei auf Individuen aus der Nord- und Ostsee, die als wichtige Indikatoren für den Zustand dieser marinen Lebensräume gelten.

Die Proben stammen von gestrandeten Schweinswalen, die im Zuge eines Gesundheitsmonitorings obduziert wurden. Die Ergebnisse der Untersuchung sind aufschlussreich: In mehreren Fällen wurden Spurenelemente in den Parasiten in höheren Konzentrationen gefunden als im Gewebe der Wirte. Dies deutet darauf hin, dass Parasiten Schadstoffe wie Kobalt, Cadmium und Arsen effektiv anreichern können. Die Anreicherungsmuster variierten je nach Parasitenart, Region und Lebensweise im Wirt.

Die Bedeutung von Parasiten im Umweltmonitoring

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass Parasiten zwar die Gesamtbelastung der Schweinswale nur geringfügig beeinflussen, da diese über Mechanismen zur Regulierung und Ausscheidung von Schadstoffen verfügen. Dennoch erweitert die Studie die Methoden des Biomonitorings und zeigt das Potenzial parasitenbasierter Ansätze nicht nur bei Fischen, sondern auch bei marinen Spitzenprädatoren auf. Dies könnte einen entscheidenden Fortschritt in der Umweltbeobachtung darstellen.

Die Umweltbeobachtung ist ein umfassender Prozess, der die Dokumentation ökologischer Parameter in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen wie Biologie, Chemie, Geografie und Meteorologie umfasst, wie auf Wikipedia beschrieben. Sie ist entscheidend für die Beurteilung von Veränderungen in Luft, Boden und Wasser sowie der Artenvielfalt. In diesem Kontext gewinnen die Daten und Erkenntnisse aus der Untersuchung der marinen Ökosysteme zunehmend an Bedeutung.

Herausforderungen und Nutzen mariner Ökosysteme

Marine Ökosysteme bedecken rund 71 Prozent der Erdoberfläche und bieten eine hohe biologische Vielfalt. Sie erbringen bedeutende Leistungen, die für die Gesellschaft von wirtschaftlicher, gesundheitlicher und psychologischer Natur sind, wie in einer Fachbroschüre des Bundesamtes für Naturschutz hervorgehoben wird. Diese Ökosysteme stehen jedoch unter immensem Druck durch menschliche Aktivitäten, einschließlich Fischerei, Schifffahrt, Tourismus und dem Ausbau der Offshore-Windenergie.

Die Erfassung und Bewertung der Ökosystemleistungen im Meer ist für den Schutz und die nachhaltige Nutzung dieser Ressourcen essenziell. Die Publikation diskutiert außerdem Methodiken zur physischen Bilanzierung und Monetarisierung von marine Ökosystemleistungen und befasst sich mit Aspekten wie Erholung, Küstenschutz, Biodiversität und Kohlenstoff-Fixierung. Eine nachhaltige Verbesserung der Meeresökosysteme steht dabei im Vordergrund, um deren vielfältigen gesellschaftlichen Werte zu integrieren.