In einem bedeutenden Schritt zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung durch Plastikabfälle fand im Februar in Daressalam, der größten Stadt Tansanias, ein Treffen zwischen verschiedenen Konsortialpartnern und Stakeholdern statt. Dieses Treffen markierte den Startschuss für die Entwicklung eines strategischen Aktionsplans zur Verbesserung der kommunalen Abfallwirtschaft. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUKN), welches das Projekt finanziert, zielt es darauf ab, den Eintrag von Plastikmüll in den Indischen Ozean zu reduzieren, wo schätzungsweise jährlich etwa 22.500 Tonnen Plastikabfälle aus Daressalam gelangen. Dies geschieht vor dem Hintergrund alarmierender Zahlen, die HafenCity Universität Hamburg bereitstellt: Kunststoffe machen über 85 % der Meeresabfälle aus und bedrohen die Ökosysteme erheblich.

Das Problem ist konkret: Ohne nachhaltige Maßnahmen könnte die jährliche Menge an Kunststoffabfällen im Meer bis 2040 auf erstaunliche 37 Millionen Tonnen steigen. In diesem Kontext hat die HafenCity Universität Hamburg, unterstützt von UN-Habitat, Ardhi University, der Bremen Overseas Research and Development Association e.V. (BORDA) und SweepSmart B.V. (SWS), die Führung des Projekts übernommen. Im Rahmen der ersten stadtweiten Konsultation der Stakeholder wurden Ziele, Prioritäten und Verantwortlichkeiten festgelegt, um einen gemeinsamen Strategieplan zu entwickeln.

Schutz der Biodiversität und der marinen Lebensräume

Daressalam, mit über sechs Millionen Einwohnern und als eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt, steht vor erheblichen Herausforderungen im Bereich der Abfallwirtschaft. Die Stadt liegt an einem marinen Lebensraum mit einer Vielzahl von Arten, die sowohl der Fischerei als auch dem Tourismus dienen. Der westliche Indische Ozean beheimatet zwischen 7 und 24 Prozent bedrohter Arten, die durch Plastikmüll aus dem Msimbazi-Flussbecken gefährdet sind. Diese Situation hat weitreichende Folgen: Plastikabfälle sammeln sich in wichtigen Küstenlebensräumen wie Mangrovenwäldern, Algen und Korallenriffen, wodurch nicht nur die Biodiversität bedroht wird, sondern auch die Lebensgrundlage vieler Menschen.

Das derzeitige Projekt zielt auf folgende Kernmaßnahmen ab: den Ausbau der städtischen Abfallwirtschaftsinfrastruktur, die Stärkung der nationalen Gesetzgebung zur Abfallbewirtschaftung sowie die Verbesserung der Kapazitäten von lokalen Behörden und Abfallarbeiter*innen. Insbesondere wird Wert auf soziale Nachhaltigkeit gelegt, um benachteiligte Stadtteile und Geschlechtergerechtigkeit zu fördern. Expertengespräche und ein nationaler Runder Tisch sind für April geplant, um einen nationalen Policy Brief auszuarbeiten und koordinierte Anstrengungen sicherzustellen.

Langfristige Lösungen und internationale Zusammenarbeit

Die HafenCity Universität Hamburg betont, dass es wichtig ist, den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen zu berücksichtigen. Besonders bedrohlich sind die Umweltfolgen, die durch Zersetzung entstehen, da Kunststoffe giftige und hormonell wirksame Zusatzstoffe freisetzen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Meere und deren Lebewesen, die bei der Aufnahme von Mikroplastik durch Strangulation oder Verunreinigung gefährdet sind, sondern auch auf die menschliche Gesundheit, die angesichts des Verzehrs von Meeresfrüchten, die mit Mikroplastik kontaminiert sein könnten, auf dem Spiel steht, wie Studien zeigen. Die Umweltbundesamt hebt hervor, wie komplex die Herausforderungen der Meeresverschmutzung sind und dass Verantwortung bei allen liegt: Die Vermeidung von Einwegplastik und ein sorgfältiger Umgang mit Abfällen sind entscheidend.

Die Bemühungen in Daressalam sind Teil eines globalen Ansatzes zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung, der dringend notwendig ist. Durch die Schaffung eines soliden strategischen Plans und die Förderung einer nachhaltigen Abfallwirtschaft in Urbanisierungsprozessen könnte Daressalam ein Beispiel für andere Städte rund um den Globus werden, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind.