Die Polargebiete zählen zu den entscheidendsten Regionen unseres Planeten und stehen im Mittelpunkt einer neuartigen Fotoausstellung, die vom 17. März bis 12. Juni 2026 im Haus der Universität (HdU) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) zu sehen sein wird. Diese Ausstellung präsentiert nicht nur beeindruckende Fotografien von Forschungsreisen der HHU, sondern auch Bilder von anderen Polarforschern, die die Schönheit und zugleich die Verwundbarkeit der Polarregionen dokumentieren. Dr. Ellen Oldenburg und Dr. Ovidiu Popa, die die Ausstellung kuratiert haben, möchten das Bewusstsein für die Herausforderungen, denen diese Regionen durch den Klimawandel ausgesetzt sind, schärfen.
Prof. Dr. Georg Pretzler, Leiter des HdU, hob bei der Eröffnung die Bedeutung der Forschung unter extremen Bedingungen hervor: “Die Polarregionen sind Hotspots des Klimawandels, wo der Temperaturanstieg und das Schmelzen von Eis bereits alarmierende Dimensionen angenommen haben.” Die Ausstellung umfasst insgesamt 48 Bilder und wird von einem umfangreichen Vortragsprogramm sowie Workshops für Studierende begleitet.
Forschung im Dienste des Klimaschutzes
Im Rahmen ihrer jüngsten Expeditionen mit dem Forschungsschiff Polarstern, die 2022 und 2024 in die Arktis führten, haben Wissenschaftler der HHU mikrobiellen Lebensgemeinschaften im Meerwasser und in Eisschollen untersucht. Internationale Forschungsteams, die unter deutscher Leitung am Weddellmeer tätig sind, verfolgen das Ziel, ein Meeresschutzgebiet einzurichten. Dieses Gebiet, das eine Fläche von etwa 2,8 Millionen Quadratkilometern umfasst, gilt als Hotspot der Artenvielfalt und wird stark unter dem Einfluss des Klimawandels stehen. Der Rückgang des Meereises bedroht nicht nur die dort lebenden Organismen, sondern könnte auch die gesamte Nahrungskette ernsthaft beeinträchtigen. Diese Forschungen sind Bestandteil langfristiger Strategien, um die Artenvielfalt zu erfassen und zu bewahren, wie tagesschau.de berichtet.
An Bord der Polarstern arbeiten 45 Wissenschaftler aus acht Nationen, die eine umfassende Bestandsaufnahme der Artenvielfalt durchführen. Dazu zählen Proben von Eis, Wasser und Sediment. Die gesammelten Daten sollen dazu beitragen, ein permanentes Überwachungssystem für das Ökosystem im Weddellmeer aufzubauen. Die Wissenschaftler erleben dabei unter extremen Bedingungen eine Landschaft von atemberaubender Schönheit; diese Kontraste zwischen harter Arbeit und der rauen Schönheit der Natur stärken die Entschlossenheit, das Ökosystem zu schützen.
Zukunftsfähige Ozeanforschung
Der Schutz der Ozeane und der Polarregionen ist nicht nur für die gegenwärtige Generation, sondern auch für zukünftige von entscheidender Bedeutung. Das Bundesministerium für Forschung und Technik (BMFTR) arbeitet intensiv an Projekten, die darauf abzielen, das ökologische Gleichgewicht zu bewahren und die wichtigsten Fragen der Küsten- und Meeresforschung zu adressieren. Ein zentrales Anliegen der Forschung ist die Rolle der Ozeane als CO2- und Wärme-Speicher im angesichts des Klimawandels. Laut bmftr.bund.de muss die deutsche Küsten-, Polar- und Meeresforschung weiter gestärkt werden, um innovative Schutz- und Nutzungskonzepte zu entwickeln.
Forschungsmissionen wie “CDRmare” und “sustainMare” zielen darauf ab, Technologien zur Erhöhung der CO2-Speicherfähigkeit des Ozeans zu erforschen. Zudem wird die Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM) an der Verbesserung der nationalen Forschungsanstrengungen mitwirken, indem sie das Know-how von über 20 Meeresforschungseinrichtungen bündelt.
Das HdU wird während der „Nacht der Künste“ am 18. April 2026 Lesungen und einen Tanzkurs anbieten, wodurch die Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft noch weiter gestärkt wird. Besucher der Ausstellung haben die Gelegenheit, sich über die biologischen, geologischen, klimatologischen und planetologischen Themen, die in den Vorträgen behandelt werden, zu informieren und aktiv an den Workshops teilzunehmen. Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind von Montag bis Freitag, zwischen 10:00 und 18:00 Uhr.