Die Universität Potsdam hat große Ambitionen, ihre Verbindungen nach Südamerika zu verstärken. Eine Delegation unter der Leitung von Uni-Präsident Prof. Oliver Günther, Ph.D., reiste Ende Februar 2026 nach Kolumbien, Argentinien, Uruguay und Brasilien. Diese Reise zielt darauf ab, bestehende Partnerschaften zu vertiefen und neue Lehr- sowie Forschungskooperationen ins Leben zu rufen. Begleitet wurde die Delegation durch Vertreter des International Office, des Zentrums für Lehrerbildung (ZeLB) und von Fachbereichen wie Romanistik, Militärgeschichte und Wirtschaftsinformatik.
Während ihrer Reise informierte sich die Delegation bei wichtigen Kooperationspartnern und Wissenschaftsinstitutionen über die wissenschaftspolitischen Herausforderungen und Chancen, die sich in den jeweiligen Ländern ergeben. Zu den bedeutendsten Stationen gehörten Besuche an deutschen Partnerschulen des ZeLB in Bogotá, Montevideo und São Paulo sowie Treffen mit Praktikakooperationspartnern wie dem BAFICI Filmfestival in Buenos Aires. Dies stellt bereits Prof. Günthers zweite Reise nach Südamerika dar und seinen ersten Besuch in Brasilien seit 2016.
Neue Verträge und Partnerschaften
Katharina Schmitt, die Leiterin des International Office, hob die langjährige Verbundenheit und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit lateinamerikanischen Partnern hervor. Wichtigste Themen der Gespräche umfassten Aspekte wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit sowie den Austausch und Transfer auf Doktoranden- und Postdocebene.
Herausforderungen für Kooperationen
Die aktuelle Lage in Lateinamerika erweist sich jedoch als anspruchsvoll. Entwicklungen wie autoritäre Regierungen in wichtigen akademischen Partnerländern bedrohen die Wissenschaftsfreiheit und erschweren die Bildungs-, Forschungs- und Wissenschaftskooperationen zwischen deutschen und lateinamerikanischen Hochschulen. Diese Besorgnis wurde auch auf einer Onlineveranstaltung des DAAD-Kompetenzzentrums Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) sowie der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) geäußert.
Hier wurden die Herausforderungen durch Straßenproteste und instabile Wirtschaftssysteme thematisiert, die den Hochschulbereich stark belasten. Wie berichtet wurde, trifft die Covid-19-Pandemie Lateinamerika besonders hart. DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee und HRK-Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt sprachen über die Notwendigkeit eines grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Austauschs und betonten die politische Verantwortung der Hochschulen, um Hochschulautonomie und akademische Freiheit zu fördern und zu schützen.
Die Resilienz und Krisenfestigkeit des lateinamerikanischen Wissenschaftssystems sind für die Weiterentwicklung der Partnerschaften von großer Bedeutung. Prof. Dr. Günther Maihold und andere Wissenschaftler sprachen über die zentralen Herausforderungen, die aktuell in der internationalen Zusammenarbeit bestehen, und forderten eine verstärkte Anerkennung der infrastrukturellen Dienstleistungen lateinamerikanischer Institutionen.
Insgesamt zeigt die Reise der Universität Potsdam vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen in Lateinamerika, wie wichtig eine stabile und partnerschaftliche Zusammenarbeit für den Umgang mit globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel ist. Studien und Diskussionen im Rahmen dieser Reise und der oben erwähnten Veranstaltungen verdeutlichen, dass Kooperationen entscheidend für den Wissensaustausch und die Forschung im internationalen Kontext sind.
Erfahren Sie mehr über die Hintergründe und Entwicklungen der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südamerika auf uni-potsdam.de, sowie aktuelle Trends in den internationalen Kooperationen auf daad.de.