Am 21. Januar 2026, um 21 Uhr MESZ, wird die Reise des CyBEEsat beginnen – des ersten deutschen Satelliten, der mit einer kommerziellen Rakete der Isar Aerospace ins All geschossen wird. Der Start erfolgt vom Andøya Space Center in Norwegen und markiert den zweiten Testflug der neuen Trägerrakete Spectrum. Diese Mission dient nicht nur dem Nachweis der Zuverlässigkeit der Rakete, sondern soll auch den europäischen Zugang zum Weltraum fördern.

Mit einer Höhe von 28 Metern und einem Durchmesser von 2 Metern ist die Spectrum-Rakete darauf ausgelegt, kleine und mittlere Satelliten ins All zu befördern. Bei dieser Mission werden insgesamt fünf Satelliten, darunter der CyBEEsat, und ein Experiment an Bord sein. Der CyBEEsat, ein Würfelsatellit mit den Abmessungen 113 × 113 × 113 mm und einem Gewicht von etwa 2 kg, wird in einem sonnensynchronen niedrigen Erdorbit in 500 km Höhe operieren.

Innovationen in der Satellitentechnologie

Der CyBEEsat ist ein gemeinsames Projekt der Technischen Universität Berlin, der Universität Potsdam und sechs weiteren Partnern. Ein zentrales Element dieser Missionsziele ist das ROSI-1-Experiment, das die Leistungsfähigkeit ultradünner Perowskit-Solarzellen unter den Bedingungen des Weltraums untersuchen will. Perowskit, ein neuartiges Halbleitermaterial, bietet hohe Effizienz und einen geringeren CO₂-Ausstoß. Im Rahmen dieses Experimentes werden diese Solarzellen auf ihre Widerstandsfähigkeit getestet – eine wichtige Voraussetzung für künftige Satellitentechnologien.

Ein weiterer spannender Aspekt des CyBEEsat ist das innovative Open-Source-Betriebssystem RACCOON, das von der TU Berlin entwickelt wurde. RACCOON adressiert wichtige Themen der Cybersecurity in Satellitenarchitekturen und soll zentrale Konzepte unter realistischen Bedingungen erproben. Durch die ehrenamtliche Zusammenarbeit der beteiligten Forschungsinstitutionen und Partnerschaften wird die Mission ohne klassisches Projektbudget realisiert, wodurch neue Wege der Finanzierung und Entwicklung in der akademischen Raumfahrt beschritten werden.

Nachhaltige Energie für die Raumfahrt

In einem anderen Projekt, das ebenfalls mit dem Thema Solarenergie in der Raumfahrt zu tun hat, arbeiten die Universität Potsdam und verschiedene Unternehmen daran, flexible, ultraleichte Solarzellen auf Perowskit-Basis zu entwickeln. Diese Technologie zielt darauf ab, die Energieversorgung von Satelliten effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Statt auf klassische, ressourcenintensive Galliumarsenid-Zellen zu setzen, will PeroSat eine neue Generation von nachhaltigen Energiesystemen schaffen, die unabhängig von kritischen Rohstoffen sind. Die Projektpartner bündeln ihre Expertise, um Platz und Gewicht beim Raketenstart zu sparen, indem die Solarzellen in Falttechnologie realisiert werden.

Mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Millionen Euro, gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union, wird dieses Projekt bis 2028 umgesetzt und soll die Grundlage für zukunftsfähige Raumfahrttechnologien legen. Die Kooperation von Wissenschaft und Industrie unterstreicht die Innovationskraft der Region und zeigt, wie aus ehemaligen Bergbauregionen neue Ideen für die Raumfahrt gefördert werden können.

Für alle, die den Start des CyBEEsat live verfolgen möchten, gibt es auf der Website von Isar Aerospace einen Livestream sowie weitere Informationen. Dieses Projekt steht stellvertretend für die beeindruckenden Fortschritte, die die deutsche Raumfahrt in den letzten Jahren gemacht hat und wird ein bedeutender Schritt in die Zukunft der akademischen Raumfahrt in Deutschland.

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