Prof. Dr. Anette Buyken, eine angesehene Ernährungswissenschaftlerin an der Universität Paderborn, wurde erneut in den Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) berufen. Dies stellt ihre zweite Amtszeit im Beirat dar, der eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Agrar- und Ernährungspolitik in Deutschland spielt. Wie uni-paderborn.de berichtet, ist der WBAE interdisziplinär besetzt und arbeitet ehrenamtlich sowie unabhängig. Der Beirat erstellt Gutachten und Stellungnahmen zu selbst gewählten Themen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Entscheidungsfindung.

Die Arbeit des WBAE umfasst eine Vielzahl von Aufgaben, insbesondere die Analyse der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit des Agrar- und Ernährungssystems. Auch die Bewertung gesellschaftlicher und ethischer Anforderungen sowie die Entwicklung ländlicher Räume stehen auf der Agenda. Die Ergebnisse dieser Analysen fließen in die Erarbeitung von Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Agrar- und Ernährungspolitik ein. Der WBAE hat zudem eine öffentliche Ringvorlesung gestartet, die neuesten Erkenntnisse und Themen diskutiert, beginnend am 6. November 2025, jeweils donnerstags via Zoom, wie bmleh.de anmerkt.

Forschung und nachhaltige Ernährung

Prof. Buyken leitet die Arbeitsgruppe „Public Health Nutrition“ am Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit in Paderborn. Ihre Forschung fokussiert sich darauf, wie Ernährungsumgebungen gesunde Ernährungsentscheidungen beeinflussen können. Sie betont die Notwendigkeit politischer Rahmensetzungen, um eine gesunde und nachhaltige Ernährung zu fördern. Beim WBAE ist sie zudem an der Prüfung des Gutachtens „Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch: Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung“ beteiligt, das am 22. Juli 2025 an Bundesminister Alois Rainer übergeben wurde.

Im Rahmen der nachhaltigen Ernährung befasst sich der WBAE auch mit der Frage, inwiefern in Deutschland Fleisch, Milch und Eier umweltverträglich produziert werden können. Thematisiert wird hierbei auch die Verringerung des Tierbestands als Maßnahme zum Umwelt- und Klimaschutz. Der Beirat liegt damit im Trend der aktuellen Diskussionen, die einen höheren Fokus auf ökologische Fragestellungen setzen. Gemäß umweltbundesamt.de ist eine Investition in nachhaltige Ernährungssysteme notwendig, um Fortschritte in den Bereichen Klima, Biodiversität, Luftreinhaltung und Gewässerschutz zu erzielen.

Zukunftsperspektiven

Der WBAE plant zudem, zeitnah einen effektiven Mix an Handlungsansätzen für die Transformation des Agrar- und Ernährungssystems zu entwickeln. Eine Analyse kohärenter politischer Instrumente zur Unterstützung dieser Transformation, insbesondere im Hinblick auf die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU, ist hierbei zentral. Die Reformprozesse ab 2025 sowie die Integration eines hohen Klasse- und Umweltschutzniveaus in die GAP sind Punkte, die besondere Beachtung finden werden. Hierzu sollen auch kommunikative Maßnahmen für Landwirte, Konsumenten und Politiker ergriffen werden.

Der WBAE feierte am 14. Februar 2025 sein 75-jähriges Bestehen und brachte damit Wissenschaftler, Politiker und andere Akteure zusammen, um die Fortschritte und Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte zu reflektieren. Angesichts der wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel und Umweltbelastungen wird die Rolle des Beirats und seiner Mitglieder, wie Prof. Buyken, zunehmend wichtiger für die Gestaltung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Agenda in Deutschland.