Prof. Dr. Ralf Kinscherf wurde mit der renommierten Rudolf-Schönheimer-Medaille ausgezeichnet, eine Ehrung, die seine außergewöhnlichen Leistungen in der Gefäß- und Entzündungsforschung würdigt. Die Verleihung dieser Medaille fand im Rahmen des Vascular Medicine and Atherosclerosis Congress (VMAC) in Köln statt. Kinscherf, der Direktor des Instituts für Anatomie und Zellbiologie am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg ist, hat mit seiner Forschungsarbeit einen maßgeblichen Beitrag zur Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF) geleistet.
Was macht die Schönheimer-Medaille so besonders? Sie ist nicht nur eine Anerkennung für außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen, sondern auch eine Hommage an Rudolf Schönheimer, einen deutsch-amerikanischen Biochemiker. Schönheimer, geboren 1898 in Berlin und 1941 in New York verstorben, gilt als Pionier in der Cholesterinforschung. Seine innovative Arbeit im Jahre 1933 über den Cholesterinstoffwechsel legte den Grundstein für das heutige Verständnis von Cholesterin als entscheidendem Risikofaktor bei Arteriosklerose. Die DGAF vergibt die Medaille jährlich – in den Jahren 2020 und 2021 wurde sie aufgrund coronabedingter Änderungen jedoch nicht vergeben.
Die Forschung von Kinscherf konzentriert sich auf die zellbiologischen und molekularen Mechanismen der Arteriosklerose sowie auf die immunologischen Prozesse, die kardiovaskuläre Erkrankungen beeinflussen. Aktuelle Projekte befassen sich spezifisch mit dem Neuropeptid PACAP und dessen Rezeptor PAC-1, beides wichtige Akteure bei arteriosklerotischen Prozessen und Herzfibrose.
Zusätzlich zu seiner aktuellen Rolle in Marburg hat Kinscherf eine beeindruckende Karriere hinter sich. Bevor er 2009 Professor an der Philipps-Universität Marburg wurde, war er am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg tätig. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann nach einem Studium der Biologie und Sportwissenschaften, gefolgt von einer Promotion im Jahr 1992, bevor er seine Erfahrungen am Deutschen Krebsforschungszentrum sammelte.
Die Liste der Preisträger der Schönheimer-Medaille verdeutlicht die hohe Wertschätzung, die mit dieser Auszeichnung verbunden ist. Kinscherf reiht sich ein in eine illustre Runde, die in den vergangenen Jahren Persönlichkeiten wie Christoph Bode (2025) und Nikolaus Marx (2024) umfasste. Diese Auszeichnung wird nicht nur an herausragende Forscher verliehen, sondern hebt auch ihreisse über die Erfahrungen und Errungenschaften in der medizinischen Forschung hervor. Die DGAF setzt damit ein starkes Zeichen für die Bedeutung der Arterioskleroseforschung.
Besuchen Sie für weitere Informationen die Seiten von uni-marburg.de und dgaf.de.