Am 25. Februar 2026 wurde bekannt, dass Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl mit einer durchschnittlichen Bewertung von 1,857 den dritten Platz bei der Wahl zum „Rektor des Jahres“ erreicht hat. Rund 80 Prozent der Teilnehmenden an ihrer Hochschule bewerteten sie und ihre Amtsführung als gut bis sehr gut. Der erste Platz geht an Prof. Dr. Kai Fischbach, Präsident der Universität Bamberg. Diese Auszeichnung wird vom Deutschen Hochschulverband (DHV) vergeben und fand bereits zum 18. Mal statt.

Die Abstimmung, an der 2.940 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teilnahmen, fand zwischen dem 13. November und dem 12. Dezember 2025 statt. Nur Hochschulen, deren Rektorinnen und Rektoren mindestens 100 Tage im Amt waren und mindestens 30 Bewertungen erhalten hatten, wurden in die Bewertung einbezogen. Das Ranking erfasste insgesamt 48 Hochschulen und wurde vom Zentrum für Evaluation und Methoden der Universität Bonn durchgeführt. Detaillierte Ergebnisse sind in der März-Ausgabe der Zeitschrift „Forschung & Lehre“ zu finden. Die offizielle Auszeichnung wird am 23. März 2026 im Rahmen der Gala der Deutschen Wissenschaft in Berlin verliehen.

Zukünftige Planung und Ambitionen

Prof. Menzel-Riedl ist seit Oktober 2019 Präsidentin der Universität Osnabrück. Ihre Amtszeit war geprägt von einer Vielzahl von Erfolgen, die sie nun in ihre neue Rolle als Rektorin der Universität Münster übertragen möchte. Am 28. November 2025 wurde sie zur Nachfolgerin von Prof. Dr. Johannes Wessels gewählt. Menzel-Riedl erhielt in der Hochschulwahlversammlung 23 Ja- und 5 Nein-Stimmen. Ihre Amtsübernahme ist für den 1. Oktober 2026 geplant.

Die Findungskommission, die Menzel-Riedl nominierte, bestand aus zehn Mitgliedern, davon fünf aus dem Senat und fünf aus dem Hochschulrat. Dr. Elke Topp, die Vorsitzende der Kommission, hob die Einbeziehung einer Personalagentur und das einstimmige Ergebnis der Nominierung hervor. In einem eindrucksvollen 45-minütigen Vortrag skizzierte Menzel-Riedl ihre Ideen, die unter anderem die Förderung von Spitzenforschung, die Verbesserung der Qualität der Studienprogramme, den Ausbau der Internationalisierung sowie die Digitalisierung umfassen. Sie bezeichnete sich selbst als „Spielmacherin“ und betonte die Bedeutung von Kommunikation und Zusammenarbeit.

Akademischer Werdegang und Engagement

Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl wurde 1976 in Siegen geboren und hat von 1996 bis 2002 Biologie, Pädagogik und Englisch an den Universitäten Münster, Dakar (Senegal) sowie am College of William and Mary (USA) studiert. Ihre Promotion schloss sie 2007 an der Georg-August-Universität Göttingen ab. Seit 2008 ist sie in Osnabrück tätig, wo sie zunächst eine Juniorprofessur übernahm und 2011 zur Professorin für Biologiedidaktik berufen wurde. Nach ihrer Ernennung zur Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung 2016 wurde sie Präsidentin der Universität Osnabrück und übernahm 2022 den Vorsitz der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen. Aktuell ist sie ebenfalls als Vizepräsidentin für Hochschulsystem und Organisation der Hochschulrektorenkonferenz tätig.

Der Kontext ihrer Ernennung zur Rektorin hängt auch mit aktuellen Entwicklungen im Hochschulsystem zusammen. Hochschulreformen sind notwendig, um demografische Veränderungen und den technologischen Fortschritt zu berücksichtigen sowie das internationale Wettbewerbsumfeld zu meistern. Dazu zählt beispielsweise der Bologna-Prozess, der die Harmonisierung von Studiengängen und Abschlüssen in Europa vorantreibt. Diese Reformen sind das Ergebnis der Zusammenarbeit zahlreicher Akteure und Institutionen, die wesentliche Veränderungen im Bereich der Hochschulbildung anstreben, um Zugang, Qualität und Struktur von Studium, Lehre und Forschung zu optimieren.

In den zurückliegenden Jahrzehnten haben umfassende Reformen in der Hochschulbildung stattgefunden, wobei die Godesberger Erklärung von 1968 sowie die Hochschulreform von 1977 zentrale Meilensteine darstellen. Diese Reformen zielen darauf ab, Gleichberechtigung und Integration neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zu fördern. Die Akteure der Hochschulreformen sind vielfältig, darunter das Bundesministerium für Bildung und Forschung und verschiedene Kultusministerien. Die Akademiker stehen vor der Herausforderung, neue Konzepte zu entwickeln, die oft einen Bruch mit traditionellen Strukturen erfordern.

Mit ihrer Berufung zur Rektorin der Universität Münster wird Prof. Menzel-Riedl nicht nur ihre Visionen umsetzen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems in Niedersachsen und darüber hinaus leisten.