Die Förderung von Quantentechnologien hat in Deutschland an Bedeutung gewonnen, und Baden-Württemberg geht mit einer neuen Initiative voran. Am 19. Februar 2026 hat das Bundesland eine Förderlinie ins Leben gerufen, die auf die Entwicklung von Demonstratoren in der Quantensensorik und -kommunikation abzielt. Die Initiative mit dem Namen „Transfer-Booster für Quantentechnologie-Demonstratoren“ wird mit insgesamt 4,2 Millionen Euro von den Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus finanziert. Laut KIT, sind elf ausgewählte Projekte vorgesehen, die in Prototypen und Anwendungen überführt werden sollen.
Besonders hervorzuheben sind zwei Projekte, an denen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt ist. Eines dieser Projekte, AURORA, konzentriert sich auf die „Quantum-Enabled Polarization of Metabolites in Microfluidic Human Cell Culture“. Unter der Leitung von Dr. Sylwia Barker entwickelt die Forschungsgruppe am Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT) eine biokompatible Quantensensorplattform. Diese Plattform soll dazu dienen, den Krebsstoffwechsel in relevanten In-vitro-Modellen zu analysieren, indem sie nicht-invasive Messungen des Ansprechens auf Behandlungen ermöglicht.
Projektübersicht und Innovative Ansätze
Das zweite Projekt, TRIQ, welches für „Transfer und Integration von Dünnschicht-Lithium-Niobat für Quantenkommunikation“ steht, ist an der Universität Heidelberg angesiedelt. Hier arbeiten die Partner, darunter das Quantenstartup LinQ und Professor David Hunger vom Physikalischen Institut des KIT, an der Weiterentwicklung und Felddemonstration neuer Bauelemente für die Quantenkommunikation. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung effizienterer Sendereinheiten für Quantenschlüssel durch neuartige photonisch integrierte Modulatoren.
Quantentechnologien haben in den letzten Jahren eine signifikante Entwicklung durchgemacht, die auch in einer aktuellen Studie des Fraunhofer ISI hervorgehoben wird. In dieser wird ausgeführt, dass Deutschland über eine starke Rolle in der Quantentechnologieforschung verfügt und seit 2012 eine Zunahme an transnationalen Patentanmeldungen im Quantencomputing zu verzeichnen ist. Während China die führende Nation in der Quantenkommunikation und -sensorik ist, bleibt Deutschland in der Sichtbarkeit der Publikationen ein bedeutender Akteur in Europa. Diese Erkenntnisse untermauern die Notwendigkeit von politischen Maßnahmen zur Förderung der Forschung.
Globale Trends und Investitionen
Laut der gleichen Studie gibt es weltweit 473 Unternehmen im Quantencomputing, während die Zahl der Unternehmen in der Quantensensorik und Quantenkommunikation 22 bzw. 86 beträgt. Ein Großteil dieser Unternehmen stammt aus den USA und China. In Deutschland existieren 18 Quantencomputing-Start-ups, zumeist Spin-offs aus Forschungseinrichtungen. Dr. Thomas Schmaltz hebt hervor, dass mehr als 40 Milliarden US-Dollar an globalen staatlichen Investitionen in Quantentechnologien fließen, was zeigt, wie wichtig es ist, politische Handlungsstrategien zur langfristigen Förderung von Forschung und Innovation zu entwickeln.
Die Herausforderungen im Bereich der Quantentechnologien sind vielfältig. Dazu zählen Miniaturisierung, Anwenderfreundlichkeit und Kostensenkung in der Quantensensorik, sowie die Skalierbarkeit und Fehlerkorrektur im Quantencomputing. Experten empfehlen langfristige öffentliche Förderungen und die Unterstützung von Start-ups, um das Potenzial der Quantenforschung voll auszuschöpfen.