Am 24. Februar 2026 wurde Prof. Dr. Ralf Kinscherf mit der renommierten Rudolf-Schönheimer-Medaille ausgezeichnet. Diese Ehrung fand im Rahmen des Vascular Medicine and Atherosclerosis Congress (VMAC) in Köln statt. Kinscherf, Direktor des Instituts für Anatomie und Zellbiologie am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg, erhielt die Medaille für seine herausragenden Verdienste um die Deutsche Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF) sowie für seine wissenschaftliche Exzellenz in der Gefäß- und Entzündungsforschung. Laut Uni Marburg hob Kinscherf die Bedeutung der Auszeichnung für die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft und den akademischen Nachwuchs hervor.

Die Rudolf-Schönheimer-Medaille, die seit 1987 jährlich verliehen wird, ehrt Persönlichkeiten, die sich um die Erforschung der Arteriosklerose verdient gemacht haben. Diese chronische Erkrankung der Arterien kann schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Folge haben. Die Bedeutung der Medal wie auch Kinscherfs Arbeit ist dabei unbestritten, da seine aktuelle Forschung die zellbiologischen und molekularen Mechanismen der Arteriosklerose beleuchtet. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Neuropeptid PACAP und dessen Rezeptor PAC-1, die bei arteriosklerotischen Prozessen eine Rolle spielen.

Wissenschaftlicher Werdegang

Prof. Dr. Kinscherf ist seit Oktober 2009 Professor an der Philipps-Universität Marburg, nachdem er zuvor am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg tätig war. Seine wissenschaftliche Laufbahn beginnt mit einem Biologiestudium, das in einer Promotion im Jahr 1992 gipfelte. Zwischen 2012 und 2021 gehörte er dem Vorstand der DGAF an, von 2015 bis 2018 war er erster Vorsitzender der Gesellschaft. Diese Informationen unterstreichen die große Erfahrung und das Engagement Kinscherfs in der Forschung rund um Arteriosklerose.

Rudolf Schönheimer, nach dem die Medaille benannt ist, wurde 1898 in Berlin geboren und verstarb 1941 in New York. Er war ein deutsch-amerikanischer Biochemiker, der durch seine bahnbrechende Arbeit zum Cholesterinstoffwechsel im Jahr 1933 bekannt wurde. Diese Arbeit legte den Grundstein für das Verständnis von Cholesterin als Risikofaktor für Arteriosklerose. Die Deutsche Gesellschaft für Arterioskleroseforschung e.V. vergibt die Schönheimer-Medaille in seinem Andenken und zeichnet somit herausragende Wissenschaftler auf diesem Gebiet aus. In den Jahren 2020 und 2021 wurde die Medaille aufgrund von pandemiebedingten Änderungen nicht vergeben.

Liste der Preisträger

Im Folgenden sind die Preisträger der Schönheimer-Medaille der letzten Jahre aufgeführt:

Jahr Preisträger
2026 Ralf Kinscherf (Marburg)
2025 Christoph Bode (Freiburg)
2024 Nikolaus Marx (Aachen)
2023 Meinrad Gawaz (Tübingen)
2022 Karl Lackner (Mainz)
2019 Hans Dieplinger (Innsbruck), Horst Robenek (Münster)
2018 Winfried März (Mannheim)
2017 Arnold von Eckardstein (Zürich)
2016 Jürgen Schäfer (Marburg)
2015 Harry W. Hahmann (Isny)
2014 Wolfgang König (Ulm)

Die DGAF, die 1987 gegründet wurde und 110 Mitglieder zählt, fördert die Arterioskleroseforschung und begleitet zahlreiche Fortbildungsmaßnahmen. Sie fördert zudem den Austausch zwischen Medizin und Naturwissenschaften, was für die Forschung in diesem Bereich von zentraler Bedeutung ist. Die Gesellschaft hat sich als wichtiges Forum für Wissenschaftler etabliert und organisiert regelmäßig Jahrestagungen, wie den Deutschen Atherosklerosekongress in Kooperation mit anderen Fachgesellschaften.