Eine aktuelle Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, veröffentlicht in Zusammenarbeit mit der Hans-Böckler-Stiftung, beleuchtet den Wandel der Erwerbstätigkeit im Alter. Der Altersübergangs-Report zeigt, dass die Erwerbstätigenquote der 65- bis 69-Jährigen in Deutschland von 13 % im Jahr 2013 auf 20 % im Jahr 2023 gestiegen ist. Diese Entwicklung wird in erster Linie durch finanzielle Notwendigkeiten vorangetrieben, während gleichzeitig die Babyboomer-Generation ins Rentenalter eintritt.
Zusätzlich zu den finanziellen Aspekten hat der Fachkräftemangel in Deutschland politische Maßnahmen wie die Aktiv-Rente hervorgebracht, die dazu beitragen sollen, längere Erwerbstätigkeit zu fördern. Diese Initiativen zielen darauf ab, die Integration älterer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt zu verbessern und so deren Beteiligung zu erhöhen.
Statistiken und Entwicklungen
Die Erwerbsbeteiligung an der Altersgrenze zeigt interessante Trends. Laut Destatis ist der Anteil der 60- bis 64-Jährigen, die eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, von 53 % im Jahr 2014 auf 67 % im Jahr 2024 gestiegen. Auch die 65- bis 69-Jährigen haben sich seit 2014 positiv entwickelt, mit einem Anstieg von 14 % auf inzwischen 21 % im Jahr 2024. Dabei gibt es signifikante Unterschiede in der Geschlechterverteilung: 70 % der erwerbstätigen Männer in der Altersgruppe 60 bis 64 Jahre sind aktiv, verglichen mit nur 59 % der Frauen.
Zusätzliche Facetten der Erwerbstätigkeit älterer Menschen zeigen, dass 41 % der Erwerbstätigen ab 65 Jahren überwiegend von ihrem Arbeitseinkommen leben. Im Gegensatz dazu sind 56 % hauptsächlich auf ihre Rente oder Vermögen angewiesen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass viele Ältere auf das zusätzliche Einkommen ihrer Arbeit angewiesen sind, um Altersarmut entgegenzuwirken.
Soziale Unterschiede und Teilzeitbeschäftigung
Die Analyse der Erwerbstätigkeit im Rentenalter offenbart auch soziale Unterschiede. Männer sind häufiger berufstätig als Frauen, und Westdeutsche üben häufiger Erwerbstätigkeiten aus als ihre ostdeutschen Mitbürger. Höher Qualifizierte sind ebenso stärker im Arbeitsmarkt vertreten als Geringqualifizierte. In der öffentlichen Verwaltung sind viele ältere Beschäftigte tätig, jedoch bleibt ihr Anteil unter den Rentnern gering.
Ein bemerkenswerter Trend ist der Anstieg von Teilzeitbeschäftigung. Rund 50 % der arbeitenden Rentner:innen sind weniger als 15 Stunden pro Woche aktiv. Diese Entwicklung könnte durch eine Personalpolitik in der öffentlichen Verwaltung beeinflusst werden, die möglicherweise neue Wege zur Weiterbeschäftigung von Pensionären fördern sollte, wie der Altersübergangs-Report empfiehlt.
Insgesamt zeigen diese Entwicklungen, dass trotz des Renteneintritts viele ältere Menschen aktiv am Arbeitsleben teilnehmen. Die steigende Erwerbstätigenquote in höheren Altersgruppen könnte eine essentielle Rolle bei der Bekämpfung von Altersarmut und der Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe spielen. Der Bericht zur Demografie unterstützt diese Erkenntnisse und hebt die Wichtigkeit der Integration älterer Arbeitnehmer hervor.