Das Projekt zur Verbesserung des Verständnisses der Hydrologie landwirtschaftlich genutzter Moorstandorte nimmt konkrete Gestalt an. Unter der Leitung von Dr. Peter Fischer, einem Experten im Fachgebiet der Bodengeographie und Bodenerosion, wird in Kooperation mit dem Donaumoos-Team ein einzigartiges Beregnungsexperiment im Donaumoos durchgeführt. In den Gemeinden Königsmoos und Langenmosen wird untersucht, wie wasserabweisend und wasserspeichernd trockengelegte Moorböden sind. Dieses Vorhaben ist von zentraler Bedeutung, da rund 95% der Moore in Deutschland für die Landwirtschaft oder die Torfgewinnung entwässert wurden, was nun zunehmend die negativen Folgen der Klimakrise offenbart.
Moore sind nicht nur faszinierende Ökosysteme, sie sind auch bedeutende Kohlenstoffspeicher. Ihre Fähigkeit, Kohlenstoff über Jahrtausende zu binden, ist entscheidend für den Klimaschutz. Allerdings führt die Entwässerung dieser Moore zur Freisetzung von Kohlenstoffdioxid und hat katastrophale Auswirkungen auf die Bodeneigenschaften. Wie dehst.de berichtet, werden landwirtschaftlich genutzte Moorflächen für fast 80% der Emissionen verantwortlich gemacht. Im Jahr 2020 emittierten diese Böden allein in Deutschland ca. 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Das Beregnungsexperiment
Bei dem Beregnungsexperiment kommt eine mobile Beregnungsanlage, bekannt als „Rainmaker“, zum Einsatz. Sie wird in drei Kampagnen eingesetzt, um die unterschiedlichen Wasser- und Grundwasserstände über das Jahr hinweg zu simulieren: Im Frühjahr, wenn der Grundwasserspiegel am höchsten ist, im Sommer während der höchsten Verdunstung und im Herbst, wenn der Grundwasserspiegel am niedrigsten ist. Die Niederschläge orientieren sich dabei an den regionalen Starkregenintensitäten.
Die geplante Datenanalyse wird die Infiltrations- und Drainagefähigkeit der Moorstandorte erfassen. Diese Erkenntnisse sind besonders wichtig für die Landwirtschaft und den Klimaschutz, da momentan ein unzureichendes Verständnis über die Auswirkungen von Landnutzungspraktiken und Bodenverdichtungen auf diese sensiblen Gebiete vorhanden ist.
Herausforderungen und Lösungen
Moore, die aus der letzten Eiszeit vor etwa 11.500 Jahren entstanden sind, sind für ihre einzigartige Ökologie bekannt, die unter anderem von abgestorbenen Pflanzen geprägt ist. Diese Pflanzen werden im Wasser vom Sauerstoff abgeschlossen und bilden so den wertvollen Torf. Leider sind über 90% der Moore in Deutschland entwässert und Verlust derartiger Ökosysteme hat auch weitreichende klimatische Folgen.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, wird im Kontext des Moorklimaschutzes auch über mögliche Rückbaumaßnahmen der Entwässerungssysteme nachgedacht, um den Mooren wieder mehr Wasser zur Verfügung zu stellen. Dennoch sind diese Maßnahmen nicht ohne Schwierigkeiten, da sie Wasserverfügbarkeit und bestehende Infrastrukturen berücksichtigen müssen.
Zusätzlich zu den ökologischen profitieren auch gesellschaftliche Initiativen. Mit öffentlichen Vorführungen und speziellen Angeboten für Schulklassen wird ein Wissenstransfer angestrebt. ku.de hebt hervor, dass das Projekt auch darauf abzielt, ein besseres Verständnis für die Bedeutung der Moorböden zu stärken und Ängsten vor der Renaturierung entgegenzuwirken.
Insgesamt zeigt das Projekt im Donaumoos, wie wichtig ein bewusster Umgang mit Mooren im Rahmen von Landwirtschaft, Klimaschutz und Wasserhaushalt ist. Die Erkenntnisse könnten künftig nicht nur zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, sondern auch zu einer nachhaltigeren Nutzung von Moorböden beitragen.