Am 3. März 2026 wurde in Dortmund ein landesweites Kompetenznetzwerk zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) ins Leben gerufen, das bedeutende Fortschritte im Bereich der Kunst und Kultur anstrebt. Das Konsortium, unter der Leitung des Theaters Dortmund, hat erfolgreich ein europaweites Vergabeverfahren gewonnen, um innovative Bildungsangebote und Forschungsansätze zu entwickeln. Die Akademie für Theater und Digitalität wird die Geschäftsstelle des Netzwerks einrichten und somit eine zentrale Rolle in der Umsetzung der Initiativen spielen.

Das Netzwerk hat sich das Ziel gesetzt, umfangreiche Fort- und Weiterbildungen sowie mehrmonatige Schulungen und künstlerische Residenzen anzubieten. Die Technische Universität Dortmund bringt ihre Expertise aus dem Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft sowie vom Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz mit ein, um eine fundierte Auseinandersetzung mit KI in der Kunst zu gewährleisten.

Ziele und Kernelemente des Netzwerks

  • Ein mehrmonatiges Programm für ausgewählte Künstler*innen, um deren Kompetenzen im Umgang mit KI zu stärken.
  • Künstlerische Residenzen, die es den KI-Fellows ermöglichen, sich intensiv mit künstlerischen Fragestellungen zu beschäftigen.
  • Ein Fokus auf Themen wie Urheberrecht und die Sichtbarmachung bestehender sowie die Entwicklung neuer Angebote im Bereich KI.

Insgesamt sind 23 Institutionen aus Wissenschaft und künstlerischer Praxis beteiligt, darunter renommierte Einrichtungen wie die Folkwang Universität der Künste, die Hochschule für Musik und Tanz Köln und das Kulturforum Witten. Die Geschäftsführung des Kompetenznetzwerks liegt in den Händen von Dr. Philipp Bojahr.

Regulierung und Herausforderungen der KI

Im Kontext der zunehmenden Bedeutung von KI hat der Deutsche Kulturrat ein Positionspapier veröffentlicht, das sich mit den Herausforderungen im Kunst-, Kultur- und Mediensektor beschäftigt. Dieses Dokument erweitert eine frühere Stellungnahme und behandelt bedeutende Themen wie Vertrauen in Informationen und die Sorge um Substitution menschlichen Schaffens. Der Kulturrat fordert, dass Künstler*innen und Akteure im Kunst-, Kultur- und Medienbereich als zentrale Stakeholder in die Diskussion über die Regulierung von KI stärker einbezogen werden.

Das Positionspapier legt den Fokus darauf, dass KI als ein Werkzeug für kreative Arbeit verstanden werden sollte, gleichzeitig aber auch Herausforderungen in der Nutzung von KI im Bildungsbereich und deren Auswirkungen auf Urheberrecht und Vergütung berücksichtigt werden müssen. Für viele Künstler*innen ist KI mittlerweile ein wichtiges Hilfsmittel, um Ideen zu verwirklichen, die zuvor als nicht realisierbar galten.

Die rasante Entwicklung von KI-Technologien bringt nicht nur Chancen mit sich, sondern birgt auch potenzielle Risiken, insbesondere in Bezug auf den Arbeitsmarkt im Kunst-, Kultur- und Mediensektor. Der Kulturrat sieht KI als Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, warnt jedoch gleichzeitig vor der Bedrohung bestehender Arbeitsplätze. Die Debatte um KI sollte also auch Lösungen für die Bildungspolitik umfassen, um eine kompetente Auseinandersetzung mit der Technologie zu ermöglichen.

Der Kulturrat hebt hervor, dass die Verantwortung für eine sinnvolle Nutzung von KI in der Kunst und Kultur eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt. Dabei spielen auch Fragen zur Barrierefreiheit eine entscheidende Rolle, wobei KI potentielle Wege eröffnet, um den Zugang zu kulturellen Angeboten für alle Menschen zu verbessern und zu erleichtern.

Insgesamt zeigen beide Initiativen, dass der Umgang mit Künstlicher Intelligenz sowohl Herausforderungen als auch große Chancen bietet. Sie reflektieren den aktuellen Wissensstand und die Notwendigkeit, eine fortlaufende Diskussion über die Rolle von KI in der kreativen Arbeit zu führen.