In den letzten Jahren hat die Diskussion um regenerative Landwirtschaft an Dynamik gewonnen, insbesondere im Hinblick auf den Humusaufbau und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Ein aktuelles Projekt zur innovativen Einbringung von Pflanzenkohle, bekannt als Humuvation, zeigt vielversprechende Ansätze zur Förderung der Bodenqualität. Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) leitet diesen Langzeitversuch in Gilserberg, welcher die Kombination von Tiefenlockerung und der Applikation von Pflanzenkohle in der Wurzelzone untersucht. Diese Methoden sind wichtig, denn Agrarböden in Deutschland gelten nach Wäldern als die größten terrestrischen Kohlenstoffspeicher, was sie zu einem Schlüsselthema im Kontext des Klimawandels macht. Laut uni-giessen.de spielt Humus eine entscheidende Rolle bei der Bodenfruchtbarkeit, Wasserbindung und CO2-Bindung.
Besonders bemerkenswert ist, dass zwei Freilandstudien in Hessen zeigen, dass die Verwendung von Kompost und Pflanzenkohle die Humusvorräte nachhaltig steigern kann. Die Ergebnisse dieser Studien wurden in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht und bieten wertvolle Erkenntnisse für die europäische Agrarpolitik sowie das geplante Carbon Removal and Carbon Farming Framework (CRCF) der EU. Regenerative Landwirtschaft umfasst auch reduzierte Bodenbearbeitung, vielfältige Zwischenfrüchte und ganzjährige Bodenbedeckung, was den Humusaufbau und die Bodenfruchtbarkeit effektiv fördern kann.
Zusammenarbeit zwischen Bio- und regenerativer Landwirtschaft
Benedikt Bösel unterstreicht die Chancen für die Bio-Branche, indem er die Grundsätze der biologischen Landwirtschaft stärker in den Vordergrund stellt. Laut biofach.de bieten regenerative Ansätze einen zusätzlichen Zugang zur nachhaltigen Landwirtschaft, der mehr Menschen für naturnahe Wirtschaftsweisen begeistern soll. Er betont, dass es wichtig sei, die inhaltlichen Herausforderungen zu erkennen und Gemeinsamkeiten zwischen Bio- und regenerativer Landwirtschaft zu finden.
Aktuelle Herausforderungen wie Bodenerosion, Wassermanagement und der Aufbau von Bodenfruchtbarkeit müssen angegangen werden. Der regenerative Ansatz zielt darauf ab, natürliche Ökosysteme zu imitieren und kann als Ergänzung zur biologischen Landwirtschaft betrachtet werden. Dies wird als wichtiger Hebel für die Transformation des globalen Ernährungssystems angesehen, das für etwa ein Drittel aller Treibhausgase verantwortlich ist.
Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft
Die Prinzipien der Conservation Agriculture, die von der FAO definiert wurden, umfassen minimale Bodeneingriffe, permanente Bodenbedeckung und vielfältige Fruchtfolgen. Diese Strategie fördert die Bodengesundheit durch vitales Bodenleben. Laut dlg.org sollten Entscheidungen über Bodenbearbeitung und Fruchtfolgen stets auf der Bodengesundheit basieren.
- Minimaler Bodeneingriff: Dies verstärkt die Bodengesundheit und -fruchtbarkeit und minimiert Erosion.
- Permanente Bodenbedeckung: Schützt den Boden vor Erosion und verbessert die Wasseraufnahme.
- Vielfältiges Anbausystem: Fördert die Regeneration der Bodenfruchtbarkeit durch abwechslungsreiche Fruchtfolgen.
Insgesamt zeigt sich, dass innovative Ansätze in der regenerativen Landwirtschaft eine Schlüsselrolle dabei spielen können, die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern und die zukünftige Bodenbewirtschaftung nachhaltig zu gestalten. Der Aufbau stabiler Kohlenstoffvorräte bleibt jedoch ein langfristiger Prozess, der einen kollektiven Effort zur Stärkung der ökologischen Landwirtschaft erfordert.