Am 4. März 2026 wird im Bauwesen ein bedeutender Schritt zur Förderung der Nachhaltigkeit vollzogen. Der Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen an der Ruhr-Universität Bochum hat eine innovative Technologie namens „IIBra“ eingeführt. Diese Technologie wird im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1683 (SFB1683) entwickelt, der sich mit „Interaktionsmethoden zur modularen Wiederverwendung von Bestandstragwerken“ beschäftigt. Ziel des Forschungsverbunds ist es, die Wiederverwendung von bestehenden Betonelementen aus alten Bauwerken zu optimieren und damit einen klaren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Beton, der weltweit am häufigsten verwendete Baustoff, gilt jedoch als klimaschädlich.
Zurzeit werden viele Betonbauteile am Ende ihrer Lebensdauer zerkleinert und als Füllmaterial verwendet, wobei eine tragende Wiederverwendung kaum stattfindet. Die Forscher des SFB-Team arbeiten daran, effiziente Methoden zur Prüfung der Bauteile zu entwickeln. Philipp Hagedorn, ein Mitarbeiter des SFB, hebt hervor, dass eine manuelle Überprüfung dieser Bauteile zeitlich sehr aufwendig sei. Gerade hier setzt IIBra an: Die Technologie soll eines Tages autonom durch Gebäude navigieren und Betonelemente auf äußere Beschädigungen sowie Druckfestigkeit testen.
Neue Ansätze zur Wiederverwendung von Bauteilen
Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) hat ebenfalls einen neuen Sonderforschungsbereich zur Wiederverwendung von Bestandstragwerken ins Leben gerufen, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Hierbei steht die Entwicklung innovativer Prüfverfahren im Fokus. Der SFB zielt darauf ab, gebrauchte Betonbauteile gezielt zu bewerten und anschließend für neue Bauwerke zu qualifizieren. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, darunter das Karlsruher Institut für Technologie und die Universität Stuttgart.
Ernst Niederleithinger, der Leiter des SFB an der BAM, betont die Dringlichkeit neuer Denkansätze im Umgang mit bestehenden Baustrukturen. Während traditionelle Prüfmethoden oft invasiv und kostenintensiv sind, entwickeln die Forscher der BAM maßgeschneiderte, zerstörungsfreie Prüfmethoden. Dies ermöglicht eine effiziente Zustandsbewertung der Bauteile, sodass diese gezielt für eine Wiederverwendung aufbereitet werden können.
Ein interdisziplinäres Team für mehr Nachhaltigkeit
Der SFB 1683 wird über vier Jahre von der DFG gefördert und vereint über 50 Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen. Ein zentrales Element ihrer Arbeit ist es, Gebäudeteile wie Platten, Wände und Stützen vor dem Rückbau gründlich auf ihre Wiederverwendbarkeit zu prüfen. All diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Plans, die Wiederverwendung von Bauteilen zu optimieren und somit einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Bauwesen zu leisten. Die Programmierung von IIBra soll im Sommer abgeschlossen werden, gefolgt von Tests auf einem speziellen Testfeld mit Materialien des abgerissenen RUB-Gebäudes NA. news.rub.de berichtet über diese spannende Entwicklung.
Zusammengefasst zeigt sich, dass die Synergien zwischen der Ruhr-Universität Bochum und der BAM die Grundlage für eine innovative Spirit im Bauwesen legen. Der SFB 1683 und die Technik von IIBra sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Bauindustrie.
Für weitere Informationen über die Aktivitäten der BAM können Sie den Artikel auf bam.de lesen.