Ein neuer Wind weht in der Geschichtsdidaktik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt: Alexandra Krebs hat den Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte übernommen. Die studierte Fachkraft bringt eine Fülle an Erfahrung und innovativen Ideen mit, die sowohl die Lehrkräfteausbildung als auch die Schüler*innen besonders ansprechen sollen. Ursprünglich hatte Krebs den Plan, nach ihrem Studium an der Universität Mainz, wo sie Latein, Geschichte und Bildungswissenschaften studierte, als Lehrerin zu arbeiten, doch nach ihrem Referendariat in Paderborn entdeckte sie ihre Leidenschaft für die universitäre Lehre und Forschung.
Krebs’ Interesse an der Verknüpfung von empirischer Bildungsforschung und Lehrkräfteausbildung führte sie zur Promotion. Ihr Thema: digitale Lehr-Lernprozesse, ein Bereich, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Für ihre Dissertation entwickelte sie die digitale Lernplattform „App in die Geschichte“ in Kooperation mit den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Diese Plattform unterstützt Schüler*innen dabei, eigenständig historische Forschungsprojekte zum Nationalsozialismus durchzuführen und fördert die Teamarbeit sowie das kritische Denken.
Digitale Medien im Geschichtsunterricht
Im Kontext ihrer neuen Rolle an der KU Eichstätt plant Krebs, die Erinnerungs- und Geschichtskultur in einer digitalen Welt zu stärken. Ihre Forschungsarbeiten zeigen, dass digitale Methoden der Lehrer*innenfachkompetenz zunehmend an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen von Diskussionen mit Kolleg*innen, wie Hannes Burkhardt und Anja Neubert, geht es um die Potenziale und Herausforderungen des Einsatzes von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) im Geschichtsunterricht. Künstliche Intelligenz bietet hierbei die Möglichkeit, Texte zu vereinfachen und digitale Hilfsmittel zu nutzen, die den Unterricht personalisieren und individualisieren können, wie die Studie auf uni-goettingen.de beschreibt.
Die digitale Welt hält nicht nur neue Herausforderungen bereit, sondern auch Chancen für die Lehr- und Lernprozesse. Beispiele wie „Scaffolding 5.0“ zeigen, wie moderne Sprachlerngerüste gestaltet werden können, um selbstgesteuertes Lernen zu unterstützen. Auch Chatbots könnten künftig eine Rolle im Geschichtsunterricht spielen und Aufgaben differenziert und individuell gestalten, wie auf gewi-im-unterricht.de aufgeführt wird.
Ein ganzheitlicher Ansatz zur Geschichtsdidaktik
Krebs verfolgt somit einen ganzheitlichen Ansatz: Sie möchte Innovation und Tradition gemeinsam fördern und den Geschichtsunterricht zukunftsorientiert gestalten. Hierbei betont sie die Relevanz von KI im Geschichtsunterricht. Schüler*innen, die mit diesen Technologien aufwachsen, bringen ihre eigenen Erfahrungen ein, sodass Unterrichtsmethoden kontinuierlich angepasst werden müssen. Aktuell beteiligt sie sich an einem Projekt mit dem Kunsthaus Zürich, um Besucherkommentare zu einer umstrittenen Kunstsammlung zu analysieren und historisches Lernen durch verschiedene Perspektiven zu fördern.
Das Ziel von Alexandra Krebs ist klar: Sie möchte historische Lern- und Denkprozesse empirisch untersuchen und digitale Lernumgebungen entwickeln, die den Schüler*innen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch die Fähigkeit zur Reflexion und Diskussion schärfen. In einer sich ständig verändernden Welt sieht sie Geschichte nicht nur als Sammlung von Daten, sondern als Konstruktion, die zahlreiche Perspektiven und Deutungen ermöglicht. Die KU Eichstätt wird damit zu einem Ort, an dem Innovation in der Geschichtsdidaktik großgeschrieben wird.