Das menschliche Darmmikrobiom zeigt sich als Schlüssel zu personalisierten Therapien in der Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Es ist so individuell wie ein Fingerabdruck und hat in der Vergangenheit nicht das volle Potenzial zur Diagnostik und Therapie ausgeschöpft. Dies könnte sich jedoch mit dem neu gestarteten Forschungsprojekt MikrobiomProCheck ändern.

Wie aktuell.uni-bielefeld.de berichtet, wird das Projekt von mehreren Partnern unterstützt. Dazu zählen das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e. V., die Universitäten Bielefeld, Bonn und Duisburg-Essen, die Biofidus AG sowie die Lead Discovery Center GmbH. Die Finanzierung von rund 3,4 Millionen Euro kommt von der NRW-Landesregierung und der Europäischen Union.

Forschungsziele und Studienaufbau

MikrobiomProCheck ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das sich in Nordrhein-Westfalen (NRW) befindet. Es hat das Ziel, die Rolle des Mikrobioms in der Krankheitsdiagnose und -therapie genauer zu untersuchen. Dazu werden 10 junge und 100 erwachsene CED-Patient*innen sowie 100 gesunde Proband*innen in die Studie einbezogen.

Die Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und das Evangelische Klinikum Bethel – Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld sind an dieser umfassenden Untersuchung beteiligt. Durch die Analyse des Mikrobioms der Teilnehmer soll ein tiefergehendes Verständnis über die individuellen Unterschiede und deren Bedeutung für die Gesundheit gewonnen werden.

Potenzial für die Zukunft

Das Forschungsprojekt verspricht bedeutende Fortschritte in der individuellen Therapie von CED. Die Wissenschaftler erhoffen sich, durch neue Erkenntnisse aus den Mikrobiom-Analysen, Therapien zu entwickeln, die gezielt auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt sind. Das ungenutzte Potential des Mikrobioms könnte somit bald in die klinische Praxis einfließen und den Therapieerfolg von Erkrankungen signifikant verbessern.

Weitere Informationen über das Forschungsprojekt und die beteiligten Partner sind auf den Webseiten des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften – ISAS – e. V. zu finden.