Am 17. Februar 2026 haben Forschende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einen bedeutenden Laufzeitrekord für eine kompressorlose Gasturbine aufgestellt. Die innovative Technologie erreichte eine Betriebsdauer von 303 Sekunden, was den bisherigen Rekord der NASA von 250 Sekunden deutlich übertrifft. Diese Leistung stellt einen bemerkenswerten Fortschritt in der Entwicklung effizienter Energietechnologien dar.
Die kompressorlose Gasturbine des KIT nutzt einen neuartigen Ansatz namens Druckgewinnverbrennung. Hierbei wird Wasserstoff effizient in elektrische Energie umgewandelt, ohne dass die leistungsaufwendige Luftverdichtung notwendig ist. Im Gegensatz zu klassischen Gasturbinen, die etwa 50 Prozent ihrer Energie für die Luftkompression verbrauchen, erzeugt das KIT-Modell den erforderlichen Druck durch Detonationswellen in der Brennkammer, was den Betrieb nicht nur vereinfachen, sondern auch kostengünstiger gestalten könnte.
Technologische Neuheiten und künftige Präsentation
Die Gasturbine wird erstmals auf der Hannover Messe vom 20. bis 24. April 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt. Professor Daniel Banuti, der Direktor des Instituts für Thermische Energietechnik und Sicherheit des KIT, hebt die Bedeutung dieser Technologie für die Schaffung eines fossilfreien Energiesystems hervor. Durch die Erhöhung der Laufzeit auf mehr als fünf Minuten wurde eine technische Herausforderung gemeistert, die zuvor nur in Sekundenbruchteilen getestet werden konnte, da die Brennkammern gefährdet waren zu schmelzen.
Die Möglichkeit, Wasserstoff als idealen Energieträger zu nutzen, wird dabei als entscheidend erachtet. Wasserstoff reagiert schnell und ermöglicht stabile Druckanstiege, was für die Effizienz der Energieumwandlung von großer Bedeutung ist. Dieses Potenzial könnte nicht nur die Stromerzeugung revolutionieren, sondern auch die Luftfahrtindustrie beeinflussen, indem leichtere und effizientere Turbinen entwickelt werden.
Nachhaltige Brennstoffe und ihre Rolle in der Energiezukunft
Die neueste Technologie reiht sich ein in den Trend, nachhaltige Brennstoffe wie Wasserstoff, Biogas, Ammoniak und Methanol für treibhausgasneutrale Betriebsarten von Gasturbinen zu nutzen. Laut dem Weltenergierat sind Gasturbinen aufgrund ihrer Flexibilität und Effizienz gut geeignet, um zukünftige Energiesysteme zu unterstützen. Sie können unter anderem die Residuallast im Stromnetz abdecken und den großstädtischen Wärmebedarf im Winter decken.
Die Eignung dieser Brennstoffe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Verfügbarkeit, Kosten und der notwendigen Infrastruktur. Zudem sind Entwicklungen in Transport, Lagerung und Verbrennungstechnik nötig, um den klimaneutralen Betrieb von Gasturbinen weiter voranzutreiben. Dabei schätzt der Weltenergierat die Möglichkeit, Klimaneutralität über unterschiedliche Transformationspfade zu erreichen, was die Relevanz von Technologien wie der des KIT unterstreicht.
Insgesamt eröffnen die Ergebnisse des KIT spannende Perspektiven für die Zukunft der Energieversorgung. Die Kombination aus innovativer Technik und nachhaltigen Brennstoffen könnte einen entscheidenden Beitrag zur redizierung von Treibhausgasemissionen und zur Schaffung eines stabilen und effizienten Energiesystems leisten. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Technologie in der Praxis bewähren wird.
Für weitere Informationen zu diesen Entwicklungen, siehe Karlsruher Institut für Technologie und Weltenergierat.