Today, on February 14, 2026, ein bedeutendes Projekt zur Verbesserung der Berufsorientierung in der Lehrkräfteausbildung wurde an der Universität Erfurt vorgestellt. Wissenschaftler entwickeln ein umfassendes Qualifizierungsangebot, das alle Phasen der Lehrkräfteausbildung umfasst: Studium, Vorbereitungsdienst (Referendariat) sowie Fort- und Weiterbildung. Das Projekt mit dem Namen „BO-LAB“ zielt darauf ab, angehenden Lehrkräften praxisnahe Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der schulischen Berufsorientierung zu vermitteln.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist ein neu entwickeltes Lehrmodul, das speziell für Lehramtsstudierende der Regelschule konzipiert wurde. Dieses Modul vermittelt grundlegende Kenntnisse und Handlungskompetenzen, die für die erfolgreiche Integration von Berufsorientierung in den Schulalltag erforderlich sind. In einem nächsten Schritt wird das Modul im regulären Studienbetrieb getestet. Hierbei sind eine wissenschaftliche Begleitung und die anschließende Auswertung vorgesehen, um die Effektivität des Angebots zu gewährleisten.
Fokus auf praktische Anwendung und reflexive Prozesse
Die Studierenden sollen die im Modul erlernten Inhalte frühzeitig in der Schule ausprobieren und reflektieren können. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Studienseminar Erfurt, um passende Inhalte und Lernformen zu entwickeln. Die Integration von Berufsorientierung in das Referendariat wird ebenfalls intensiv geplant, um eine durchgängige Qualifizierung sicherzustellen.
Ein weiterer Aspekt ist die Anpassung des Moduls für den neuen dualen Studiengang im Regelschullehramt. Die entwickelten Materialien und Konzepte sollen nicht nur im Studium Anwendung finden, sondern auch in der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften eingesetzt werden. Projektleiter PD Dr. habil. Benjamin Dreer-Göthe betont die Notwendigkeit, ein Lehrkonzept zu entwickeln, das den spezifischen Fortbildungsbedürfnissen von Lehrkräften gerecht wird.
Zusammenarbeit mit Thüringer Instituten
Das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) ist hierbei ein wichtiger Partner. Im Rahmen der Fortbildungsreihe „Berufliche Orientierung“ wird das Lehrmodul für Lehrkräfte angeboten, die wenig Erfahrung in der Berufsorientierung haben. Dr. Silvio Kaak, wissenschaftlicher Mitarbeiter, hebt hervor, wie wichtig es ist, Erkenntnisse der Berufsorientierungsforschung in der schulischen Praxis zu nutzen.
Das Projekt „BO-LAB“ untersucht Änderungen der Einstellungen der Teilnehmenden zur Berufsorientierung sowie den Erwerb neuer Handlungskompetenzen. Der Projektstart ist für Januar 2026 geplant, und die Laufzeit beträgt zwei Jahre. Ziel ist es, einen nachhaltigen Einfluss auf die Berufsorientierung im Schulwesen zu erzielen. Dies könnte nicht nur die Schüler helfen, die Weichen für ihre berufliche Zukunft zu stellen, sondern auch die Qualifikation der Lehrkräfte erheblich verbessern.