Forschende der Technischen Universität München (TUM) haben eine bahnbrechende Entwicklung in der Materialwissenschaft vorgestellt: eine biobasierte Beschichtung, die die Nachweisführung von UV-A-Strahlen ermöglicht. Diese innovative Technologie könnte eine entscheidende Rolle in der Zukunft von umweltfreundlichen Materialien spielen.

Die neue Beschichtung basiert auf einem speziellen Protein namens mEosFP, das auf UV-A-Licht reagiert. Bei der Einwirkung von UV-A-Strahlen verändert sich die Farbe des Proteins von Grün (benannt „Vegan Villain“) zu Rot („End of Summer“). Dieses bemerkenswerte Farbwechselverhalten eignet sich hervorragend für den Einsatz in UV-A-Sensoren, die präzise Informationen über bestimmte UV-Werte geben können.

Nachhaltige Alternativen

Traditionelle UV-A-Sensoren nutzen oft fossile Rohstoffe, was die Notwendigkeit einer nachhaltigen Alternative unterstreicht. Laut den Forschenden der TUM bietet die neu entwickelte Beschichtung genau diese Lösung: Sie könnte den Weg für weitere Materialien mit biologischen Funktionen ebnen. Ein Team unter der Leitung von Professor Volker Sieber hat es geschafft, das Protein stabil in Farben und Beschichtungen zu integrieren, ohne die Materialeigenschaften zu beeinträchtigen.

Die Herausforderungen, die mit der Integration solcher Proteine in Materialien einhergehen, waren bislang nicht vollständig gelöst. Doch das Team um Sieber hat vielversprechende Fortschritte erzielt, die einen wertvollen Beitrag zur Disziplin der biohybriden Materialien leisten könnten.

Forschungsperspektiven

Die Disziplin der biohybriden Materialien zielt darauf ab, biologische Organismen in praktische Anwendungen einzubinden. Diese Materialien könnten die Fähigkeit besitzen, sich selbst zu reparieren, nachzuwachsen oder auf äußere Reize zu reagieren. Solche Eigenschaften könnten nicht nur für die Materialwissenschaft, sondern auch für Bereiche wie die Medizintechnik und den Umweltschutz von großer Bedeutung sein.

Die Entwicklungen an der TUM stellen einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft dar, in der Materialien nicht nur funktional, sondern auch umweltfreundlich sind. Diese Forschung könnte dazu beitragen, den Einfluss von schädlichen UV-Strahlen zu reduzieren und gleichzeitig neue Anwendungsmöglichkeiten für biobasierte Materialien zu erschließen.

Für weitere Informationen zu bio-basierten Materialien und deren Potential besuchen Sie auch das Impulspapier der BMFTR. Dort finden sich umfassende Analysen und Perspektiven für die Verwendung solcher Materialien in verschiedensten Branchen.