Dr. Franz-Lucas Haut hat die Leitung einer neuen Emmy Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin übernommen. fu-berlin.de berichtet, dass die Forschungsgruppe durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 1,68 Millionen Euro über einen Zeitraum von sechs Jahren gefördert wird. Das Hauptziel ist die Entwicklung von neuartigen, schwefelhaltigen Ringen als molekulare Bausteine, die in der Medikamenten- und Katalysatorherstellung verwendet werden sollen.
Die Forschung wird sich insbesondere auf die Entwicklung multidimensionaler chemischer Strukturen aus Thiophenderivaten konzentrieren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf innovativen Synthesemethoden, die wenig genutzte schwefelhaltige Ringsysteme einbeziehen. Dies könnte die Art und Weise, wie Medikamente und Katalysatoren entwickelt werden, nachhaltig verändern.
Forschungsansatz und Technologien
Ein wesentliches Element der Strategie ist der Einsatz moderner katalytischer Verfahren, die es ermöglichen, schwefelhaltige Ringe gezielt zu öffnen und in komplexere Strukturen umzuwandeln. Dr. Haut erklärt, dass diese Modifikationen an kleinen, zyklischen Molekülen als Schlüsseltechnologie für die Entwicklung neuer Medikamente, funktionaler Materialien und Pflanzenschutzmittel angesehen werden.
Die Verfügbarkeit von schwefelhaltigen Startmaterialien spielt eine entscheidende Rolle. Diese Rohstoffe sind nicht nur gut verfügbar, sondern auch unkompliziert in der Herstellung. Innovative Ansätze, wie die Bestrahlung mit LED-Speziallampen, sollen die Umwandlung von Schwefelringen in kleinere und größere Strukturen ermöglichen, was wiederum die Synthese unterschiedlicher Endprodukte aus einem einzigen Ausgangsmaterial erlaubt.
Ein weiterer für die Forschung zentraler Aspekt ist die Möglichkeit, Atome wie Sauerstoff, Stickstoff oder Phosphor in die neuen chemischen Strukturen zu integrieren. Diese Flexibilität eröffnet neue Perspektiven bei der Erstellung von Medikamenten und Katalysatoren.
Hintergrund und Förderung
Dr. Haut hat bereits seit 2024 als Liebig-Stipendiat des Fonds der Chemischen Industrie gearbeitet und führt bereits eine Nachwuchsgruppe zur Entwicklung neuer Synthesemethoden. Seine akademische Laufbahn umfasst eine Promotion, die er 2021 an der Universität Innsbruck abschloss, gefolgt von einer Postdoktorandenstelle am Institut Català d’Investigació Química in Spanien.
Das Emmy Noether-Programm der DFG bietet hochqualifizierten Forschern die Möglichkeit, eigenverantwortliche Gruppen zu leiten und die Anforderungen für eine akademische Berufung zu erfüllen. Ziel ist es, herausragende Wissenschaftler aus dem Ausland zu gewinnen und auf dem Forschungsgebiet Neuland zu erschließen. Die Programme richten sich an Wissenschaftler aller Fachdisziplinen, die in der Regel bis vier Jahre nach ihrer Promotion stehen und über mindestens zwei Jahre Postdoc-Erfahrung und substanzielle internationale Forschungserfahrung verfügen müssen. dfg.de bietet detaillierte Informationen zur Antragsberechtigung und den Anforderungen an die Projekte.
Mit der neuen Emmy Noether-Nachwuchsgruppe hat Dr. Franz-Lucas Haut die Chance, entscheidende Fortschritte in der Chemie zu erzielen, die weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklung neuer Medikamente und Technologien haben könnten.