Die Chiralität, ein faszinierendes Phänomen, bei dem Objekte nicht mit ihrem Spiegelbild übereinstimmen können, spielt eine zunehmend zentrale Rolle in der modernen Physik und Materialwissenschaft. Heute wird am Center for Chiral Electronics (CCE) an der TU Dortmund geforscht, um das Potenzial der Chiralität in elektronischen Systemen zu nutzen. Ziel ist es, neue Materialien und Bauelemente zu entwickeln, die auf diesem grundlegenden Gestaltungsprinzip basieren.
Die Forschung im CCE umfasst sowohl grundlegende als auch angewandte Aspekte und wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Exzellenzstrategie gefördert. Die federführenden Institutionen sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Freie Universität Berlin und die Universität Regensburg. Außerdem spielen das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik und die TU Dortmund eine entscheidende Rolle in diesem Forschungsverbund.
Herausforderungen bei der Nachwuchsförderung
Trotz der aufregenden Entwicklungen in der Physik gibt es ernstzunehmende Herausforderungen. Prof. Nele McElvany, eine der leitenden Forscherinnen am CCE, hebt hervor, dass nicht genügend junge Menschen Physik in der Oberstufe oder als Studienfach wählen. Besonders besorgniserregend ist die Unterrepräsentation von Frauen sowie sozial schwächer gestellten Jugendlichen und Personen mit Zuwanderungshintergrund in diesem Bereich.
Um diesen Herausforderungen entgegenzutreten, wird die Interventionsstudie „PHOENIX“ durchgeführt. Diese Studie ist über einen Zeitraum von sieben Jahren angelegt und wird in mehreren Bundesländern mit über 1.500 Schüler*innen umgesetzt. Ziel der Studie ist es, die Mechanismen hinter der Kurs- und Studienfachwahl zu verstehen und zu untersuchen, wie unterschiedliche Schüler*innengruppen betroffen sind.
Ein umfassendes Programm zur Unterstützung
Das Interventionsprogramm von „PHOENIX“ wird ab der neunten Klasse bis nach dem Schulabschluss implementiert und evaluiert. Dabei wird insbesondere darauf geachtet, differenzielle Wirkungen bei den verschiedenen Gruppen zu identifizieren. Das Projektteam an der TU Dortmund setzt sich aus mehreren Expert*innen zusammen, darunter Prof. Nele McElvany, JProf. Justine Stang-Rabrig, Dr. Elisabeth Graf und Carolin Horsthemke. Zudem wird die Studie von einem internationalen Scientific Advisory Board begleitet, welches den Forschungsprozess unterstützt und überwacht.
Die Kombination aus innovativer Forschung zur Chiralität und dem Engagement zur Förderung junger Talente verdeutlicht die Bedeutung und Dringlichkeit, den Nachwuchs für die Physik zu begeistern. In einer Zeit, in der technologische Fortschritte entscheidend sind, liegt der Schlüssel möglicherweise darin, das Interesse junger Menschen an diesen faszinierenden Wissenschaften zu wecken und zu fördern.