Am 2. April 2026 wurden die ersten Ergebnisse der NEOFUELS/VOLCAN-Messflüge im renommierten Fachjournal Nature veröffentlicht. Diese Messflüge wurden im Frühjahr 2023 durchgeführt, wobei das DLR-Forschungsflugzeug Falcon 20E in Zusammenarbeit mit Airbus und CFM International zum Einsatz kam.
Das primäre Ziel dieser Messflüge war die Untersuchung der Emissionen von Magerverbrennungstriebwerken und deren Einfluss auf die Bildung von Kondensstreifen. Die Falcon 20E kann Höhen von bis zu 12.800 Metern erreichen und wird seit rund 50 Jahren für diverse Atmosphärenforschungen genutzt.
Neue Erkenntnisse zur Kondensstreifenbildung
Die neuen Erkenntnisse aus den Messflügen haben grundlegende Annahmen hinterfragt. Ein wichtiges Ergebnis ist, dass eine geringere Rußbildung nicht automatisch zu weniger Eiskristallen in den Kondensstreifen führt. Bei niedrigen Rußemissionen zeigen die Messergebnisse, dass flüssige Partikel eine entscheidende Rolle in der Kondensstreifenbildung spielen.
Insgesamt wurden 15 Messflüge mit Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsmanövern über dem Mittelmeer und dem Atlantik durchgeführt. Dabei kamen Testkraftstoffe mit unterschiedlichen Mengen an Schwefel und Aromaten zum Einsatz. Die Ergebnisse belegen, dass bei magerer Verbrennung die Rußemissionen um drei Größenordnungen reduziert werden, während die Anzahl der Eiskristalle jedoch hoch bleibt.
Zusätzlich wurde festgestellt, dass flüssige Partikel in der Abgasfahne in ähnlicher Konzentration wie Eiskristalle vorhanden sind. Dies deutet darauf hin, dass Kraftstoffe mit niedrigerem Schwefelgehalt die Anzahl der Eiskristalle in den Kondensstreifen verringern können.
Implikationen für zukünftige Klimaschutzstrategien
Die neuen Erkenntnisse erweitern somit die Theorie der Kondensstreifenbildung um zusätzliche Pfade, die flüssige Partikel einbeziehen. Die Ergebnisse könnten weitreichende Auswirkungen auf zukünftige Klimaschutzstrategien haben, die möglicherweise die Kraftstoffzusammensetzung und die Gestaltung der Entlüftungssysteme von Schmierölen in den Fokus rücken.
Derzeit regulieren die aktuellen Emissionsstandards lediglich Gase und Rußpartikel. Die Minimierung kleiner flüssiger Partikel könnte sich als ebenso wichtig erweisen. Diese neuen Erkenntnisse könnten ebenfalls dazu beitragen, die Prognosen zur Klimawirkung der Luftfahrt zu verbessern.



