Am 16. Februar 2026 hat die Forschungsgruppe FOR 5288 eine bedeutende finanzielle Unterstützung von über 5 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten. Diese Förderung geht an ein Projekt zur Untersuchung des Subsurface Stormflow (SSF) in Mittel- und Hochgebirgen.
In Kooperation mit dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) in Österreich wird dieses Projekt von Prof. Dr. Peter Chifflard von der Philipps-Universität Marburg und Dr. Theresa Blume vom Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) geleitet.
Forschungsziele und Bedeutung
Das Hauptziel der Forschungsgruppe ist die Untersuchung der Rolle von SSF für Grundwasser, Fließgewässer und die Entstehung von Hochwasser. SSF beschreibt einen schnellen unterirdischen Abflussprozess, der insbesondere bei Starkregen auftritt und dadurch Hochwasserereignisse mitverursachen kann.
Die Relevanz von SSF wird durch seine weitreichenden Auswirkungen auf Trinkwasserressourcen, den Transport von Nähr- und Schadstoffen sowie die Verstärkung von Rutschungen deutlich. In der ersten Projektphase, die von 2021 bis 2026 reicht, wurden vier Forschungsgebiete in Deutschland und Österreich untersucht: das Erzgebirge, der Schwarzwald, das Sauerland und die Tuxer Alpen.
Innovative Methoden und Techniken
Die Forschungsgebiete sind mit 753 Grundwasserbeobachtungsrohren und 116 Pegelstationen ausgestattet. Innovative Messmethoden, wie der Einsatz von Umwelt-DNA (eDNA) als neuem Tracer, wurden implementiert, um die unterirdischen Fließwege zu erfassen. Diese Fortschritte ermöglichen eine präzisere Einsicht in die hydrologischen Prozesse, die die Wasserbewegung im Untergrund steuern.
Die Ergebnisse dieser Forschung werden in nationale Hochwasserstrategien und Grundwassermanagementpläne integriert, unter anderem in Baden-Württemberg und Düsseldorf. Der Bedarf an einem besseren Verständnis der SSF-Dynamik ist unbestritten und wird durch die Herausforderungen im Bereich Wasserflussmanagement, Überschwemmungen und Wasserqualität während Starkregenereignissen noch verstärkt.
Zukünftige Forschungsphasen
In der geplanten zweiten Projektphase von 2026 bis 2030 sollen flächenhafte Aussagen zur Verbreitung und zu den Fließwegen von SSF getroffen werden. Der Forschungsverbund umfasst zahlreiche nationale und internationale Einrichtungen, darunter Universitäten in Innsbruck, Freiburg, Bayreuth, Duisburg-Essen, Berlin, Dresden und Zürich. Die Einbindung neuer Projektleiterinnen und Kooperationspartner wird die Expertise in der SSF-Forschung erweitern.
Insgesamt sollen 12 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in einem internationalen Forschungsumfeld ausgebildet werden, was die Entwicklung innovativer Lösungen im Bereich Wasserressourcenmanagement fördert.
Die Erkenntnisse aus dieser Forschung sind besonders für wasserknappe Regionen von Bedeutung, in denen das Verständnis der Wasserflüsse entscheidend für effektive Wasserwirtschaft und die Anpassung an den Klimawandel ist. Diese Herausforderungen betreffen nicht nur die Qualität und Verfügbarkeit von Wasser, sondern auch die Vorhersage von hydrologischen Extremereignissen wie Hochwässern und Dürren. UFZ hebt die Wichtigkeit der Entwicklung integrativer Monitoring- und Modellkonzepte hervor, die zur Verbesserung der Vorhersagen über Wasserressourcen im 21. Jahrhundert beitragen.